Projektvorstellung WP Postbauer-Heng für LBV und BN Neumarkt

Im Rahmen der Planungen für unseren WP Postbauer-Heng haben wir die Kreisgruppen Neumarkt des Landesbund für Vogelschutz (LBV) und des Bund Naturschutz (BN) zu einer Projektvorstellung eingeladen.

Die beiden Vereine werden im Genehmigungsverfahren durch das Landratsamt nicht beteiligt, so dass wir uns entschieden haben, einen frühzeitigen und freiwilligen Austausch zu ermöglichen.  Um auf möglichst viele Aspekte eingehen zu können, waren neben Vertretern der Jurenergie und der N-ERGIE, die den Windpark gemeinsam planen und dauerhaft betreiben, auch Experten dabei, die den Planungs- und Genehmigungsprozess begleiten:


Bürgermeister Horst Kratzer gab zusätzlichen einen Einblick in die Bemühungen der letzten Jahre des Marktes Postbauer-Heng, den Ausbau der erneuerbaren Energien in der kleinsten Flächengemeinde im Landkreis Neumarkt voranzutreiben.

Der Vorstand der Jurenergie, Michael Vogel, beschrieb in diesem Zusammenhang den Prozess der frühzeitig begonnenen Bürgerbeteiligung, an deren Ende umfangreiche Beteiligungsmöglichkeiten der Marktgemeindebürger und -bürgerinnen an der Jurenergie bestehen werden. N-ERGIE und Jurenergie stellen so sicher, dass die Bürger auch tatsächlich Eigentümer der Windräder werden. Vogel betonte an dieser Stelle auch, dass die bisherigen Ergebnisse der Windprognosen einen wirtschaftlichen Betrieb der Anlagen zulassen werden. Die Jurenergie wird nur Anlagen bauen, die wirtschaftlich erfolgreich sind.

Fokus der Veranstaltung waren vor allem die arten- und naturschutzrechtlichen Belange. Durch die spezielle, artenschutzrechtliche Prüfung (saP), die auf freiwilliger Basis durchgeführt wurde, wurden diese sehr gut erfasst und frühzeitige Maßnahmen können ergriffen werden. So ergab die saP, dass sich keine Horste von kollisionsgefährdeten Vogelarten (wie Wespenbussard oder Rotmilan) im Projektgebiet befinden. Die Anlagen können durch angemessene Verstärkung schon bestehender größerer Waldwege naturschonend erschlossen werden. Des Weiteren gibt es keine besonders schützenwerten Amphibien, wie z.B. die Gelbbauchunken in Baufeldern der Anlagen. Der klimaangepasste Waldumbau kann nach Abschluss der Bauarbeiten entsprechende Impulse zum Wohl der anliegenden Waldgebiete erhalten. Außerdem ist geplant, ebenfalls nach Ende der Bauarbeiten, Lebensräume für Gelbbauchunken, durch das Anlegen von kleinen Tümpeln, zu schaffen. Im Projektgebiet sind viele verschiedene Fledermausarten zu finden, diese können aber durch automatische Abschaltalgorithmen der Windenergieanlagen geschützt werden. Als vorbeugende Maßnahme werden, begleitet von einem Experten, Fledermauskästen im Projektgebiet vor Baubeginn umgehängt.

Zusätzlich fand ein reger Austausch zu PV-Anlagen und Speicher zwischen den Anwesenden statt. Die Teilnehmer beabsichtigen, sich auch weiterhin über die Windenergieanlagen am Grünberg hinaus auszutauschen. Denn im Grundsatz ist klar, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien der beste Klima- und Artenschutz ist.