Presseberichte

Samstag, 05.07.2016

Jurenergie nimmt neue Mitglieder auf

Die Bürgergenossenschaft präsentierte für 2015 positive Zahlen. Die 941 Mitglieder durften sich über einen Überschuss freuen.

Neumarkt.Vor kurzem kam die Generalversammlung der Bürgergenossenschaft Jurenergie zusammen. Der Vorstand hatte gute Nachrichten für die Genossen. Bei einer Bilanzsumme von 10,4 Millionen Euro betrug der Jahresüberschuss im vergangenen Jahr 248 000 Euro, wie Vorstandsmitglied Michael Vogel sagte.

Angesichts dieser Zahl beschlossen die Genossen bei der Generalversammlung, eine Dividende von drei Prozent an die 941 Mitglieder der Jurenergie auszuschütten, wie Michael Vogel erklärte. Im Schnitt hält ein Mitglied der Jurenergie laut Vogel 18 Anteile. „Drei Prozent ist ein sehr guter Betrag angesichts des aktuellen Zinsniveaus“, kommentierte das Vorstandsmitglied die Dividende.

Neue Projekte im Blick

Künftig will die Genossenschaft auch wieder neue Mitglieder aufnehmen, wie Michael Vogel erklärte. In jüngster Vergangenheit habe die Jurenergie in dieser Hinsicht die Beine still gehalten, da zunächst einmal das vorhandene Geld investiert werden musste. Neues Geld anzunehmen und auf der Bank liegen zu lassen, sei angesichts der aktuellen Zinslage unattraktiv, erklärte das Vorstandsmitglied der Jurenergie. Künftig nehme die Genossenschaft aber wieder Mitglieder auf, wenn sich die geplanten Projekte realisieren lassen. Bis dahin könne man sich in einer Warteliste registrieren lassen, in der die Interessenten dann in chronologischer Reihenfolge zum Zuge kämen.

Denn die Jurenergie hat ihr Auge auf weitere Projekte geworfen, in die sie investieren will. Sie denkt darüber nach, sich an zwei Windrädern in einem benachbarten Landkreis zu beteiligen, wie Michael Vogel erklärte. Ähnliches plane die Genossenschaft auch in Norden von Deutschland.

Biomasse und Fotovoltaik aktuell nicht interessant

Auch wenn Michael Vogel betonte, dass die Jurenergie nicht auf Windkraft festgelegt sei, bleibt diese Energieform doch momentan das bestimmende Element bei den Investitionen der Jurenergie. Biomasse und Fotovoltaik spielten hingegen momentan keine Rolle, erklärt Vorstandsmitglied Vogel. Der Fotovoltaikbereich verspreche derzeit kaum Rendite und die Biomasse sei aktuell kein Thema, da die Preise für das Biomasse-Material nicht vorhersehbar seien.

Ein weiteres Geschäftsfeld hat sich die Jurenergie mit der Vermarktung von Strom unter anderem aus eigenen Anlagen eröffnet, für die sie mit zwei Partnern zusammenarbeitet. Zudem gebe es ein Paket für Mitglieder und Interessenten im Bereich intelligente PV-Speicher, um auch hier einen Beitrag zur Förderung der dezentralen Energiewende zu leisten, erklärte Vorstandsmitglied Michael Vogel.

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Windkraft ist eines der wichtigen Standbeine der Jurenergie. Foto: Fuhrmann




Dienstag, 14.10.2014, Neumarkter Nachrichten

Segen für Wasserwerk und Bauhof

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Die Gemeinde Berg hat in den letzten Jahren mit großem Kostenaufwand den Bauhof erweitert und energetisch optimiert. Das zweite nunmehr abgeschlossene Projekt ist die Sanierung und technische Modernisierung des Wasserwerks, Waller Straße 25. Die Gebäudeteile wurden im Rahmen des energetischen Sanierungsprogramms der Gemeinde optimiert und in Kooperation mit der ,Jurenergie Neumarkt" mit einer Photovoltaikanlage versehen. Beide Baumaßnahmen kosteten rund 2,6 Millionen Euro und sollen nun den kirchlichen Segen erhalten. Zudem sollen die Bürger die Ergebnisse der Baumaßnahmen begutachten dürfen: Die Gemeinde lädt deshalb am Sonntag, 26. Oktober, ab 14 Uhr zu einem Tag der offenen Tür in die Waller Straße ein. Die Schwarzachtalsänger sorgen für Musik. nn/ Foto: privat



Samstag, 23.08.2014, Neumarkter Tagblatt

Reges Interesse am Windpark

BIRGLAND. Einige Hundert Besucher sind am Freitag zum „Tag der offenen Baustelle“ in ein Waldgebiet bei Matzenhof gekommen. Dort baut die Firma Ostwind aus Regensburg nahe der Landkreisgrenze einen Windpark. Die Besucher konnten mitverfolgen, wie Rotorblätter hochgehievt wurden. Errichtet werden dort zwei Windräder vom Typ Vestas V112, die Anfang September Strom erzeugen sollen. Die Leistung einer Anlage, die 140 Meter hoch ist, beträgt drei Megawatt. Partner von Ostwind ist die Jurenergie Neumarkt. Wie Michael Vogel von der Bürgergenossenschaft des Landkreises Neumarkt sagte, können sich Bürger an dem Projekt beteiligen. (nbs)
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Samstag, 01.03.2014, Süddeutsche Zeitung

Neue Allianz für Windkraft

Das Bürgerkraftwerk nahe Amberg wird von der Bevölkerung finanziert

München - Die Windkraft-Fans in Bayern haben in den vergangenen Monaten einen schweren Stand gehabt - bei all den Streits über neue Abstandsregeln und Plänen für eine drastische Kürzung der Förderung. Doch sie machen unbeirrt weiter. Jüngstes Beispiel: die Energieallianz, die am Freitag die Bürgerenergiegenossenschaft Jurenergie aus Neumarkt in der Oberpfalz und das Windkraft-Unternehmen Ostwind aus Regensburg geschlossen haben. Gemeinsam Wollen sie in dem Frankenalb-Ort Birgland nahe Amberg zwei Windräder aufstellen. Zusammen werden die knapp 200 Meter hohen Anlagen Oko-Strom für ungefähr 4500 Haushalte erzeugen.
Das Beste aber ist: Das Projekt ist ein Bürgerkraftwerk, das mit Unterstützung der örtlichen Bevölkerung errichtet wird. Dazu haben Jurenergie und Ostwind eine eigene Gesellschaft gegründet, die Windpark Birgland GmbH. An ihr kann sich jeder beteiligen, der in der Region wohnt.
Aber auch Energiegenossenschaften aus anderen Teilen Bayerns können Anteile zeichnen. „Ein solches intergenossenschaftliches Modell ist bayernweit einzigartig“, sagt Michael Vogel vom Vorstand von Jurenergie, „das eröffnet der Bürgerbeteiligung an Öko-Stromanlagen ganz neue Perspektiven.“ Jurenergie strebt in Zukunft etliche solcher Verbünde an.
Die Jurenergie-Genossenschaft, die erst vor vier Jahren gegründet worden ist, hat derzeit 900 Mitglieder und ein Kapital von 8,5 Millionen Euro. Mit einer Mindestbeteiligung von 500 Euro steht sie auch Normalverdienern offen. Entsprechend groß ist de Resonanz. Bisher hat die Genossenschaft bereits 14. Millionen Euro in zwölf Fotovoltaikanlagen, zwei Beteiligungen an Windparks und zwei eigene Windräder investiert. Die Projekte wurden nach Vogels Angaben vor allem mit regionalen Partnern umgesetzt, sodass auch die regionale Wirtschaft davon profitiert.
Auch das Regensburger Windkraft-Unternehmen Ostwind steht für Bürgerbeteiligung. „90 Prozent der Anlagen, die wir errichtet haben, sind Bürgeranlagen“, sagt Ostwind-Geschäftsführer Rolf Bungart. Überhaupt ist Bayern das Energiegenossenschaften-Land Nummer eins in Deutschland: Von den 888 Energiegenossenschaften in der Bundesrepublik sind 237 in Bayern beheimatet. CWS




Samstag, 01.03.2014 Neumarkter Nachrichten

Jurenergie und Ostwind sind auf Brautschau

Mehrere Genossenschaften könnten zusammen politischem Hin und Her trotzen — Zwei WKA in Birgland

Potenter Windkraft-Akteur mit Erfahrung sucht experimentierfreudige, bodenständige Genossenschaft: Eine solche Partnerschafts-Annonce könnte die Jurenergie gemeinsam mit der Ostwind-Gruppe aufgeben. Die beiden Projektpartner suchen für ein Windkraft-Projekt im Landkreis Amberg-Sulzbach erstmals weitere Energie-Genossenschaften aus Bayern, die mit einsteigen wollen.

NEUMARKT — Noch heuer sollen in Birgland im Landkreis Amberg-Sulzbach zwei gemeinsam geplante Windkraftanlagen ans Netz gehen. Dazu haben Jurenergie und Ostwind eine Kommanditgesellschaft gegründet; Ostwind baut die Windräder schlüsselfertig und übernimmt die technische Seite des Betriebs, so Ostwind-Geschäftsführer Rolf Bungart, und der Jurenergie obliegt der kaufmännische Part. Die beiden Projektanden haben schon in Brenntenberg und Pöfersdorf gemeinsam WKA geplant: Man kennt sich und hat dieselbe Wellenlänge.
Die Jurenergie und Ostwind würden gerne noch weitere Genossenschaften mit ins Boot holen, um die Idee weiterzutragen, Energiewende vor Ort in Bürgerhand zu geben, so Michael Vogel vom Vorstand der Jurenergie. In Birgland werde derzeit auch schon überlegt, eine Genossenschaft zu gründen.
Die Jurenergie habe, so Vogel weiter, bereits mit rund einem Dutzend bayerischer Energiegenossenschaften Kontakt aufgenommen und Informationen zu den beiden Windrädern verschickt. Er hofft, dass sich so erstmals im Freistaat eine intergenossenschaftliche Zusammenarbeit entwickelt: Jetzt könnten Genossenschaften aus dem Süden hier in die Finanzierung einsteigen und dann, wenn auch im Süden mal die Windradplanungen weiter gedeihen, könnten die Genossen aus dem Norden mit investieren. Der Süden werde in Sachen Windkraft schon noch nachziehen, ist sich Vogel sicher.
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In Brenntenberg bei Beratzhausen haben Jurenergie und Ostwind bereits gemeinsam WKA geplant und gebaut. Foto: Wolf-Dietrich Nahr
Die beiden Anlagen, die in der Gemeinde Birgland nahe der A6 östlich von Muttenshofen werden, sind vom Typ Vestas V 112, Leistungsklasse 3 MW. Sie haben eine Nabenhöhe von 140 Metern und einen Rotordurchmesser von 112 Metern. Pro Jahr könnten die beiden WKA rund 14 Millionen kWh Strom erzeugen und so etwa 4500 Haushalte mit Strom versorgen, so Bungart. Dafür nehmen die bisher zwei Projektpartner auch Geld in die Hand: Rund 12,5 Millionen Euro Gesamtprojektkosten veranschlagen Bungart und Vogel.
In Birgland seien die Bürger frühzeitig informiert worden; weil die Möglichkeit besteht, selbst finanziell mit einzusteigen und zu profitieren, gebe es kaum Proteste, so Bungart.
Dezentrale Energieerzeugung aus regenerativen Quellen: Das sei zukunftsweisend, laut Ostwind und Jurenergie. Mit dem politischen Hin und Her zum Thema Energiewende, mit der Diskussion um H 10 für WKA (ein Windrad muss dann mindestens das Zehnfache seiner Höhe von der nächsten Wohnbebauung entfernt stehen) und ausschreibungsrechtlichen Hürden gebe es keine Planungssicherheit. Das Projekt in Birgland nun gemeinsam mit weiteren Genossenschaften anzugehen, solle ein Zeichen setzen „gegen den Wankelmut“, so Bungart. Es gebe 888 Energiegenossenschaften in Deutschland, 237 davon in Bayern.

Strom aus der Region?
Darunter ist die Jurenergie aus Neumarkt eine der größeren: Im Moment sind über 900 Mitglieder dabei mit einer Gesamtbeteiligungssumme von über 8,5 Millionen Euro. Bisher hat die Jurenergie rund 14 Millionen Euro investiert, sagt Vogel: Zwölf Photovoltaik-Anlagen und zwei Beteiligungen an Windparks sind finanziert worden, dazu gibt es die beiden eigenen Enercon-Windkraftanlagen. Dass die Jurenergie bei den beiden Birgländer WKA nicht nur eine Beteiligung halten, sondern selbst Mitbetreiber sind, ist Vogel wichtig.
Immer mehr selbst managen: Aus der Zusammenarbeit mehrerer Genossenschaften könnte auf lange Sicht noch mehr entstehen, meint Roland Hadwiger, Energiefachmann vom Landratsamt, der die Jurenergie mit aus der Taufe gehoben hat: Die Vermarktung könnte so auf eine solide Basis gestellt werden, sprich, mehrere Genossenschaften könnten gemeinsam als Energieversorger auftreten und Strom aus erneuerbaren Quellen aus der Region liefern. M. KAYSER



Dienstag, 17.09.2013, Neumarkter Nachrichten

Das erste Bürgerwindrad wurde eingeweiht

HOHENFELS - Es ist ein Meilenstein in der noch jungen Geschichte der Jurenergie eG Neumarkt. Unter dem Motto „Gemeinsam an Energie gewinnen“ und zusammen mit der Regensburger Ostwind-Gruppe feierte die Bürgergenossenschaft die Einweihung ihres ersten eigenen Windrads. Die Anlage hat rund sechs Millionen Euro gekostet.

Das erste Bürgerwindrad der Jurenergie liegt auf einer windhöffigen Anhöhe im Gemeindegebiet Hohenfels nahe dem Lupburger Gemeindeteil Pöfersdorf.
Die Windkraftanlage des Typs Enercon E 101 gehört zur neuen Drei-Megawatt-Leistungsklasse und hat eine Nabenhöhe von 149 Metern. Sie liefert Strom für über 2000 Haushalte und erspart pro Jahr 6550 Tonnen Kohlendioxid.
„Diese Anlage ist ein sichtbares Zeichen eines neuen, dezentralen und demokratischeren Energiezeitalters“, erklärten unisono die Ostwind-Geschäftsführer Rolf Bungart und Jörg Zinner. Das Bürgergenossenschafts-Projekt Pöfersdorf erhöhe nicht nur den Anteil klimafreundlicher Energie aus regionalen Ressourcen, sondern ermögliche auch die aktive Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger am Umbau unserer Energieversorgung, hieß es. Aus passiven Konsumenten von Energie würden eigenverantwortliche Produzenten, die auf diese Weise unmittelbar von der regionalen Wertschöpfung profitieren könnten, erklärte Zinner.


„Ziele optimal verwirklicht“

Wolfgang Fruhmann, der Aufsichtsratsvorsitzende der Jurenergie, erinnerte bei der Begrüßung der vielen Gäste daran, dass die Bürgergenossenschaft erst vor rund drei Jahren mit dem Ziel gegründet worden sei, die Erneuerbaren Energien im Landkreis Neumarkt weiter voranzubringen und dabei insbesondere auch eine größtmögliche regionale Wertschöpfung zu realisieren. „Mit dem ersten echten Bürgerwindrad im Landkreis Neumarkt, das sich unmittelbar und ausschließlich im Besitz von derzeit knapp 900 Bürgern befindet, sind diese Ziele optimal verwirklicht“, so Fruhmann, der sich ausdrücklich bei Landrat Albert Löhner für „die fortwährende Unterstützung der Genossenschaft“ bedankte.
Der Landrat forderte in seinem Grußwort einen Paradigmenwechsel, weg von der zentralen, hin zur dezentralen Energieversorgung. Er bezeichnete es als eine wichtige Aufgabe der Kommunalpolitik, die Akzeptanz in der Bevölkerung für regenerative Energien, speziell für Windräder, zu fördern. Dazu gehörten Maßnahmen wie die Ausweisung von Konzentrationsflächen, die Beschränkung der Anzahl von Windrädern per Bauleitplanung und vor allem eine umfangreiche Bürgerbeteiligung. „Im Landkreis Neumarkt wird zuerst auf eine Einsparung von Energie geachtet“, so Löhner und weiter: „Was nicht eingespart werden kann, muss durch regenerative Energien ersetzt werden und hier leistet die Jurenergie einen entscheidenden Beitrag.“
Der Hohenfelser Bürgermeister Bernhard Graf freute sich, dass das erste Bürgerwindrad im Landkreis in seiner Gemeinde steht. Pfarrer Udo Klösel aus Hohenfels und der evangelische Pfarrer Richard Urschel aus Parsberg segneten die Anlage. „Möge der Wind der dieses Windrad bewegt nie versiegen“, lautete ihre Bitte.
Für die musikalische Umrahmung der Einweihungsfeier sorgte die Blaskapelle Lupburg. Die Gäste konnten sich bei Führungen über die hier zum Einsatz kommende Technik „made in Germany“ sowie über viele weitere Aspekte der Windkraftnutzung informieren.




Montag, 16.09.2013, Neumarkter Tagblatt

Bürger stehen hinter der Windkraft

EINWEIHUNG Im Landkreis gibt es zwar schon viele Windräder. Doch die Gemeinde Hohenfels feiert eine Premiere: Das erste Windrad von Jurenergie steht dort.
VON SIMON VOGEL

PÖFERSDORF. Im Beisein vieler Ehrengäste und Genossenschaftsmitglieder haben die Neumarkter Jurenergie eG und die Regensburger Ostwind-Gruppe, die den Windpark projektiert und errichtet hatte, gemeinsam das Bürgergenossenschafts-Windrad Pöfersdorf eröffnet.
Selbst der graue, wolkenverhangene Himmel und der permanente Nieselregen konnten die gute Stimmung bei der Einweihung der Windkraftanlage Pöfersdorf nicht trüben. Schließlich wehte eine kräftige Brise und trieb die gewaltigen Rotoren über dem gut gefüllten Festzelt an, wo viele Mitglieder und Gäste bei Bratwurstsemmeln, Kaffee und Kuchen der offiziellen Inbetriebnahme des Windrades beiwohnten. Musikalisch umrahmt wurde das Programm von der Lupburger Blaskapelle.
Der Aufsichtsratsvorsitzende der Jurenergie eG Wolfgang Fuhrmann erinnerte in seiner Begrüßung daran, dass das „Abenteuer Jurenergie Bürgergenossenschaft“ erst vor dreieinhalb Jahren auf Anregung des Landratsamtes Neumarkt ins Leben gerufen worden sei und nun dank des rasanten Wachstums einen „echten Meilenstein “ erreicht habe, die Einweihung des ersten eigenen Windrads. Inzwischen seien rund 900 Bürgerinnen und Bürger Mitglied der Genossenschaft und hätten zusammen Anteile in Höhe von fast acht Millionen Euro gezeichnet, um die Energiewende in der Region zu gestalten und von der aus dem Projekt resultierenden Wertschöpfung zu profitieren. Landrat Albert Löhner dankte er für die fortwährende Unterstützung und würdigte die Firma Ostwind als verlässlichen Partner, von dem man die Anlage vergangenen August schlüsselfertig erwerben habe können. Auch Löhner beglückwünschte die Bürgergenossenschaft. Bereits 1996 sei im Aktionsprogramm zur Zukunft des Landkreises Neumarkt die Erhöhung der regionalen Wertschöpfung als wichtiges Ziel formuliert worden. Daher tue ein Paradigmenwechsel hin zur dezentralen Energieversorgung Not, bei deren Aufbau er dem Landkreis Neumarkt gute Fortschritte wie bei der Energiewende gute Fortschritte attestierte. Die Windenergie sei eine „boomende Branche im Landkreis Neumarkt“ und habe sich als effiziente Energieform erwiesen. Es sei aber enorm wichtig, die Bevölkerung zu beteiligen, um Identifikation zu schaffen. Hierzu leiste Jurenergie einen wichtigen Beitrag. Bürgermeister Bernhard Graf, auf dessen Gemeindegrund das Windrad steht, unterstützte die Bürgergenossenschaft von Anfang an. Erfreut zeigte er sich über zu erwartende Gewerbesteuereinnahmen und die Technik: „Der Wind weht, wir haben Strom“.
Der Landkreis habe zwar schon viele Windräder, doch hier handle es sich um die Premiere in der Gemeinde Hohenfels und das erste von Jurenergie.
Die Firma Ostwind habe im vergangenen Herbst nach einem Jahr Genehmigungsverfahren mit dem Bau begonnen, so der Vertreter der Geschäftsleitung Jörg Zinner. Dazu habe es unter anderem auch der luftrechtlichen Zustimmung von Seiten der US-Army bedurft. Die kirchliche und geistliche Segnung der Anlage nahmen von katholischer Seite Pfarrer Udo Klösel aus Hohenfels und von evangelischer Pfarrer Richard Urschel aus Parsberg vor.

DIE WINDKRAFTANLAGE
➤ Die Windkraftanlage des Typs Enercon E 101 ist Jörg Zinner von Ostwind zufolge die modernste in ganz Süddeutschland. Sie gehört zur neuen 3-Megawatt-Leistungsklasse.
➤ Die Getriebelose Anlage liefert Strom für rund 2000 Haushalte.
➤ Sie liegt auf einer windhöffigen Anhöhe nahe Pöfersdorf bei Hohenfels.
➤ Das Windrad hat eine Nabenhöhe von 149 Metern, der Rotordurchmesser beträgt 101 Meter.
➤ Die jährliche Stromproduktion liegt bei etwa 6,8 Millionen Kilowattstunden, kalkuliert sind 2200 Volllaststunden.
➤ Die Kosten betrugen sechs Millionen Euro, den Prognosen zufolge dürfte sich diese in zwölf Jahren amortisiert haben.

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Geistliche, politische Repräsentanten und Vertreter von Jurenergie und Ostwind freuten sich über die offizielle Inbetriebnahme des Windrades. Foto: Vogl




Mittwoch, 31.07.2013, mittelbayerische.de

Energiewende weiter vorantreiben

Beim Ortstermin im neuen Windpark „Brenntenberg II“ forderten Ostwind-Chef Ulrich Lenz und MdL Margarete Bause (Grüne) von der Politik mehr Standfestigkeit.

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Von Dietmar Krenz MZ, Fotos: Herbert Grabe OSTWIND

Oberpfraundorf. Anlässlich des Besuchs von MdL Margarete Bause (Fraktionsvorsitzende der Grünen) im neuen Oberpfälzer Windpark „Brenntenberg II“ am Dienstag forderte der Vorstand der Ostwind AG, Ulrich Lenz, von der Politik mehr Standfestigkeit und Sachverstand bei der Umsetzung der Energiewende. „Das, was Bayern und Berlin derzeit an Signalen aussenden, lässt viele Bürger am ernsten Willen wie auch der Fähigkeit zum Ausstieg aus der Atomkraft und zum Umbau unserer Energieversorgung zweifeln“, mahnte Lenz.
Er hoffe auf neuen Rückenwind für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien nach den bevorstehenden Landtags- und Bundestagswahlen. „Noch laufen in Bayern ja drei Atomkraftwerke. Deshalb brauchen wir jetzt verantwortungsvolle Politiker, die vor den Herausforderungen des Ausstiegs nicht kapitulieren und die Chancen des Umstiegs nicht nur erkennen, sondern auch wahrnehmen“, betonte Ulrich Lenz.

Verlässliche Rahmenbedingungen

Das Beispiel des Windparks „Brenntenberg II“ bei Oberpfraundorf (Markt Beratzhausen) zeige, was Bürger, Kommunen und mittelständische Unternehmen gemeinsam für eine neue Energieversorgung leisten können. „Dazu braucht es aber verlässliche Rahmenbedingungen“, forderte Ostwind-Geschäftsführer Jörg Zinner bei der Führung durch den Windpark.
Gerade in ländlichen Gebieten Bayerns könnte der Umstieg auf eine dezentrale und grüne Stromversorgung ganz neue Kräfte freisetzen. Vorbildlich sei dies in Beratzhausen geschehen. Hier habe die Energiegenossenschaft „Jurenergie eG“ aus Neumarkt gemeinsam mit dem mittelständischen Unternehmen Ostwind ein neues Bürger-Windrad realisiert. Damit bleibe die Wertschöpfung vor Ort – vom Beginn des Baus über die Vergütung des Öko-Stroms bis hin zu neuen Steuereinnahmen.

Energie wird künftig sichtbar sein

Bürgermeister Konrad Meier stellte den Anwesenden kurz den Markt Beratzhausen vor und ging auf den Werdegang des Windparks „Brenntenberg II“ ein. Zunächst seien von Ostwind vier Windkraftanlagen geplant gewesen. Dadurch fühlten sich die Anwohner in Oberpfraundorf eingekesselt und es habe sich eine Bürgerinitiative gegründet. Ostwind lenkte schließlich ein und realisiert nun zwei Anlagen. Meier stellte fest, dass die Bevölkerung den erneuerbaren Energien offen gegenüberstehe – aber nicht um jeden Preis. „Energie wird künftig sichtbar sein“, sagte Meier.
Die Grünenabgeordnete Margarete Bause freute sich über die saubere und sichere Baustelle am Brenntenberg, auf der die Energie der Zukunft erzeugt werde. Sie sehe mit Sorge die Vorstöße des bayerischen und sächsischen Ministerpräsidenten, die gefordert hätten, den Mindestabstand zu Windrädern auf zwei Kilometer zu erhöhen. Allein schon diese Ankündigung habe zur einer großen Verunsicherung der Branche geführt. „Dies wäre das Aus für die Windenergie in Bayern“, stellte Bause fest. Dabei habe der Freistaat ein großes Potenzial.
„Wir setzen auf die Energie der Zukunft“, sagte die Grünen-Politikerin. Eine Abkehr von der Energiewende komme für sie nicht infrage. Jetzt gelte es, Grundlagen zu schaffen, um Planungssicherheit zu gewährleisten und die Verunsicherung zu beseitigen. „Mit einer breiten Unterstützung ist dies zu schaffen“, sagte Bause.

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erneuerbare-jetzt.de




Dienstag, 30.04.2013, Neumarkter Tagblatt

Jurenergie setzt auf bewährten Vorstand

VERSAMMLUNG Die Bürgergenossenschaft verfügt über ein Eigenkapital von 6,5 Millionen Euro. Mitglieder können künftig 1000 statt bisher 200 Anteile zeichnen.
NEUMARKT. Ein umfangreiches Programm wurde in der jährlichen Generalversammlung der Jurenergie eG absolviert. Zunächst wurde der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2012 vorgestellt und beschlossen.
Die Bilanzsumme der Jurenergie eG belief sich am 31. Dezember 2012 auf rund 7,9 Millionen Euro, das Eigenkapital betrug mehr als 6,5 Millionen Euro. Damit sei die Jurenergie eG mit Ablauf des zweiten vollen Geschäftsjahres in der Lage, erste nennenswerte Ausschüttungen vorzunehmen, nachdem für 2011 schon knapp unter einem Prozent erzielt werden konnten, heißt es in einer Mitteilung.
Die Generalversammlung beschloss eine Ausschüttung von zwei Prozent für das Geschäftsjahr 2012. In den Folgejahren sei mit steigenden Ausschüttungen zu rechnen, da weitere derzeit noch laufende oder in Planung befindliche Projekte fertig gestellt sein würden.
Aufsichtsrats-Vorsitzender Franz Herrler konnte erfreut berichten, dass die obligatorische gesetzliche Prüfung durch den Genossenschaftsverband ohne jegliche Beanstandungen blieb.
Der Jurenergie sei eine bestens geordnete und zufriedenstellende Geschäftslage attestiert worden. Auch aus der regelmäßigen Arbeit des Aufsichtsrates selbst konnte Franz Herrler bestätigen, dass die Geschäftsführung in jeder Hinsicht korrekt erfolgt sei.
Insgesamt bringe sich der Aufsichtsrat intensiv und durchaus kritisch ein, so dass manche Entscheidung ausgiebig diskutiert und abgewogen worden sei. Die derzeit 868 Mitglieder könnten somit sicher sein, dass der Aufsichtsrat seinen Auftrag sehr ernst nehme.
Als weiterer Tagesordnungspunkt wurden einige Satzungsänderungen beschlossen, um neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen und künftigen Anforderungen gerecht zu werden. Unter anderem wurde beschlossen, die Grenze für die Höchstbeteiligung pro Mitglied deutlich anzuheben.
Bei der Gründung der Jurenergie eG vor drei Jahren war festgelegt worden dass pro Mitglied maximal 200 Anteile, also 100 000 Euro gezeichnet werden können.
Da man damals die Entwicklung der Genossenschaft nicht vorhersehen konnte, sollte diese Begrenzung verhindern, dass möglicherweise ein einzelnes Mitglied die Genossenschaft kapitalseitig dominieren könnte. Nachdem die Zeichnungssumme mittlerweile deutlich über sieben Millionen Euro liege, bestehe insofern kein Risiko mehr. Demnach können Mitglieder künftig bis zu 1000 Anteile, also 500 000 Euro zeichnen.
Letzter wichtiger Tagesordnungspunkt waren die Neuwahlen des Vorstands sowie des Aufsichtsrats. Der bisher amtierende Vorstand, bestehend aus Carsten Borrmann, Bernhard Pürzer und Michael Vogel, stellte sich geschlossen zur Wiederwahl. Ihre Wiederwahl wurde von den Mitgliedern einstimmig beschlossen. Beim fünfköpfigen Aufsichtsrat gab es zwangsläufig Veränderungen, da die bisherigen Aufsichtsräte Franz Herrler und Prof. Dr. Werner Wild aus persönlichen Gründen nicht mehr kandidierten.
Die weiteren amtierenden Aufsichtsräte, Dr. Wolfgang Fruhmann, Andreas Westiner und Ralph Feldbauer stellten sich für eine weitere Periode zur Verfügung und wurden ebenfalls einstimmig wiedergewählt.
Neuer Aufsichtsratsvorsitzender ist Dr. Wolfgang Fruhmann, sein Stellvertreter ist künftig Andreas Westiner.

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Die scheidenden Aufsichtsräte Franz Herrler und Prof. Dr. Werner Wild erhielten zum Abschied Geschenke.
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Gut zu wissen



➤ Aufsichtsrat: Neu in den Aufsichtsrat der Jurenergie wurden bei der Versammlung Cornelia Zeidler und Christoph Rabl gewählt

➤ Frauenquote: Die Jurenergie verfügt nun auch über einen weiblichen Aufsichtsrat und erfüllt bereits jetzt die vieldiskutierte Quote von 20 Prozent




Montag 29.04.2013 Neumarktonline.de

Zwei Prozent Ausschüttung

NEUMARKT. Die Neumarkter Bürgergenossenschaft "Jurenergie eG" bestätigte bei der Generalversammlung einstimmig ihren Vorstand.
Zunächst wurde der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2012 vorgestellt und beschlossen. Die Bilanzsumme der Jurenergie eG belief sich am 31.12.2012 auf 7.853.196,22 Euro, das Eigenkapital betrug über 6,5 Millionen Euro. Obwohl alle Projekte ind er Regel "unvermeidliche Anfangsverluste" mit sich brächten, sei die Jurenergie schon mit Ablauf des zweiten vollen Geschäftsjahres in der Lage, erste nennenswerte Ausschüttungen vorzunehmen, nachdem für 2011 schon knapp unter einem Prozent erzielt werden konnten.
Die Generalversammlung beschloss eine Ausschüttung von zwei Prozent für das Geschäftsjahr 2012.
Wie jede Genossenschaft würde sie wegen des sogenannten . Kapitalaufzehrungsverbotes nur echte Gewinne ausschütten. Ausschüttungen aus dem Kapital wie bei anderen Rechtsformen seien nicht zulässig.
Aufsichtsratsvorsitzender Franz Herrler berichtete, dass die obligatorische gesetzliche Prüfung durch den Genossenschaftsverband ohne Beanstandungen blieb und der Jurenergie eine bestens geordnete und zufriedenstellende Geschäftslage attestiert wurde.
Als weiterer Tagesordnungspunkt wurden einige Satzungsänderungen beschlossen, um neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen und künftigen Anforderungen gerecht zu werden. Zum beispiel wurde beschlossen, die Grenze für die Höchstbeteiligung pro Mitglied deutlich anzuheben. Bei der Gründung der Jurenergie eG vor drei Jahren war festgelegt worden, dass pro Mitglied maximal 200 Anteile, also 100.000 Euro gezeichnet werden können. Diese Begrenzung sollte verhindern, dass ein einzelnes Mitglied die Genossenschaft kapitalseitig dominieren könnte. Nachdem die Zeichnungssumme mittlerweile deutlich über sieben Millionen Euro liegt, bestehe insofern kein Risiko mehr, so dass Mitglieder künftig bis zu 1000 Anteile, also 500.000 Euro zeichnen können.
Der bisher amtierende Vorstand, bestehend aus Carsten Borrmann, Bernhard Pürzer und Michael Vogel, stellte sich geschlossen zur Wiederwahl und wurde einstimmig bestätigt.
Beim fünfköpfigen Aufsichtsrat kandidierten die bisherigen Aufsichtsräte Franz Herrler und Prof. Dr. Werner Wild aus persönlichen Gründen nicht mehr. Dr. Wolfgang Fruhmann, Andreas Westiner und Ralph Feldbauer stellten sich für eine weitere Periode zur Verfügung und wurden ebenfalls einstimmig wiedergewählt, genauso wie die neu in den Aufsichtsrat gewählten Cornelia Zeidler und Christoph Rabl. Neuer Aufsichtsratsvorsitzender ist Dr. Wolfgang Fruhmann, sein Stellvertreter ist künftig Andreas Westiner.

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Die ausscheiden Mitglieder wurden verabschiedet Der neue Aufsichtsrat



Dienstag, 19.03.2013 Neumarkter Tagblatt

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Ähnlich viele Windräder sollen bald im Gemeindedreieck Parsberg, Seubersdorf und Breitenbrunn aus dem Boden sprießen. Foto: Zucchi

Jurenergie plant großen Windpark

ENERGIEWENDE Bis zu 50 Millionen Euro will die Bürgergenossenschaft nahe Seubersdorf investieren. Doch die Windkraft hat auch mit Problemen zu kämpfen.
Von Wolfgang Endlein

NEUMARKT/SEUBERSDORF. Nach Millionen von Euro sieht es hier nicht aus. Von außen wirkt das Gebäude in der Nürnberger Straße in Neumarkt unscheinbar. Viel Glas, viel Metall. Grau in grau. In dem Gang im Erdgeschoss herrscht die Rustikal-Optik eines in die Jahre gekommenen Landgasthofs vor. Dunkelbraune Türen, grauer Rauwandverputz, wenig Licht. An der letzten Tür klebt auf Sichthöhe provisorisch ein Visitenkärtchen. Darauf steht: Jurenergie. Im karg eingerichteten Büro hinter der Tür warten deren Geschäftsführer Michael Vogel und Roland Hadwiger, von der Kreisentwicklung am Landratsamt. „Wir investieren eben lieber operativ und sparen administrativ“, sagt Vogel lachend.

Zwei Windräder in eigener Hand
Aus der Unternehmersprache übersetzt heißt das: Das Büro kann noch so karg daherkommen, worauf es ankommt, ist das, was auf den Anhöhen der Region steht. Das Operative ist fast 150 Meter hoch und dreht sich bald mit surrenden Propellern im Gemeindegebiet von Hohenfels und Brenntenberg. Im April beziehungsweise im Sommer werden die Windräder in Pöfersdorf und Beratzhausen fertig sein – und dann der Jurenergie gehören. Rund elf Millionen Euro kostet das die Bürgergenossenschaft. „Peanuts“ im Vergleich zu dem, was Jurenergie in einem Waldstück mit dem Namen „Laubholz“ im Gemeindedreieck Parsberg, Breitenbrunn und Seubersdorf plant. Acht bis zwölf Windräder sollen dort in den Himmel wachsen. Die großen Pläne gingen in eine finale Phase, heißt es in dem kleinen Neumarkter Büro. 45 bis 50 Millionen Euro werde die Jurenergie in den Windpark investieren, sagt Hadwiger. Davon seien 15 Millionen Euro Eigenkapital. Eine stattliche Summe, die dem bescheidenen Büro zum Trotz den Zielen der Jurenergie entspricht. „Wir wollen am Ende ein regionaler Energieversorger werden “, sagt Hadwiger, der die nach wie vor hauptsächlich ehrenamtlich organisierte Bürgergenossenschaft 2010 im Auftrag des Landkreises mit initiiert hat. Das Kennzeichen für einen Energieversorger: Er kann den Bedarf der Kunden sicher gewährleisten. Bis zu diesem Punkt werde es noch zehn Jahre dauern, glaubt Vogel. Dafür soll ein Mix aus regenerativen Energiequellen sorgen – nicht nur Windkraft. Doch im Nachgang der gesenkten Einspeisevergütung durch den Bund, seien Fotovoltaik-Projekte nur noch schwer zu realisieren, sagt Vogel. „Die Fotovoltaik ist derzeit weitgehend erledigt.“ Derzeit hat die Jurenergie zwölf kleinere bis mittlere Fotovoltaik-Anlagen. Aber auch die Windkraft ist nicht ganz sorgenfrei. Bei einer Absenkung der Einspeisevergütung auf acht Cent kämen vor allem Einzelanlagen kaum mehr auf einen grünen Zweig. Auch vor dem Hintergrund einer solchen möglichen Entwicklung sei eine gewisse Mindestgröße und Anlagen in eigener Hand generelle Bedingungen, damit sich das Geschäft rentabel gestalte, sagt Hadwiger. Denn bei allem grünen Gewissen, das so manchen Genossen auch antreiben mag, – Rendite versprechen sich die fast 850 Jurenergie-Mitglieder von ihrer Investition auch. Deshalb wird der Windpark in eigener Regie aufgezogen. Windräder aus eigener Planung und in eigenem Besitz versprächen eine höhere Wertschöpfung. „Wenn ein Projektierer die Windräder hochzieht, lässt er sich das entsprechend entlohnen“, nennt Vogel einen Kostenfaktor. Neben jenen Firmen, die Windkraftanlagen für Investoren bauen, gibt es aber auch andere Kostentreiber, die Windräder inzwischen zu einem nicht mehr ganz so rentablen Geschäft machen wie einst. Neben den Anlagen selbst – rund fünf Millionen Euro kostet ein drei Megawatt-Windrad – sei vor allem bei der Pacht für die Flächen eine Grenze erreicht, sagt Vogel.

Wettbewerb um Pachtflächen
Doch das Angebot an geeigneten Flächen kollidiert mit der Nachfrage –und die ist hoch. Hadwiger und Vogel sprechen von einem harten Wettbewerb um die geeigneten Flächen, an dem sich regionale und bundesweit agierende Unternehmen beteiligen. Auch deshalb kann Vogel noch nicht sagen, ob der geplante Windpark am Ende acht oder zwölf Anlagen umfassen wird. Abgesehen von der behördlichen Genehmigung gehe es vor allem darum, die nötigen Flächen erst einmal zu bekommen. Aber nicht nur in Sachen Rentabilität hat die Windkraft inzwischen Grenzen erreicht. In manchen Regionen Bayerns zeichnet sich ab, dass die Menschen nicht mehr Windkraft wollen. Beispielsweise in Oberfranken, dem Zentrum der Windkraft im Freistaat. So sollen sich beispielsweise im Landkreis Hof noch 2013 mehr als 100 Windräder drehen. Doch mit deren steigender Zahl wächst auch der Protest unter Bürgern. Von Zahlen wie in Oberfranken ist der Landkreis Neumarkt zwar noch weit weg, im Vergleich ist er dennoch bayernweit vorne dabei – und er soll es auch bleiben. Derzeit stehen hier 36 realisierte Windräder. Im Klimaschutzkonzept des Landkreises sind rund 40 zusätzliche Anlagen bis 2030 angepeilt, die 300 Millionen Kilowatt-stunden Strom produzieren sollen. Was rund 50 Prozent des verbrauchten Stroms im Landkreis entspreche, erläutert Walter Egelseer, der Klima-schutzmanager des Landkreises. Hadwiger betont mit Blick auf Oberfranken, dass man die Grenzen der Akzeptanz im Auge behalten müsse. Das Potenzial für weitere Windräder habe man bei der Planung „sehr defensiv“ angesetzt, sagt dazu Egelseer. Wobei neben der Wirtschaftlichkeit der Flächen und Faktoren wie der Flugsicherheit sowie dem Naturschutz nicht zuletzt die Anwohner eine entscheidende Rolle in diesen Plänen spielten. „Gemeinden und der Landkreis haben sich zudem auf 1000 Meter Abstand zwischen Wohnbebauung und Windanlagen geeinigt“, sagt Hadwiger. Auch aus diesem Grund schätzt er die Akzeptanz der Windkraft im Landkreis als hoch ein. Da schon seit Jahren nach und nach Windräder hier entstehen, hätten sich die Menschen langsam daran gewöhnen können. „Das wichtigste bleibt aber, dass man die Menschen frühzeitig informiert und mit einbindet.“ Die Jurenergie als Bürgergenossenschaft biete hierzu eine ideale Plattform, sind sich Hadwiger und Vogel einig. Die Bürger könnten durch sie nicht nur an der Energiewende mitverdienen, sondern diese auch mitgestalten.

Begrenzung bei Anteilen aufheben
Das die Akzeptanz groß ist, spüre nicht zuletzt die Jurenergie. Viele Menschen seien bereit, ihr Geld dort zu investieren. Was sich trotz so mancher widriger Faktoren bei Windkraft und Solarenergie auch nach wie vor lohne, wie Vogel betont. Deshalb soll auch die Satzung geändert werden. Der Generalversammlung werde demnächst der Vorschlag vorgelegt, die Begrenzung von 100 000 Euro pro Person bei den Genossenschaftsanteilen aufzuheben. Mit dem dadurch erhofften weiteren Zuwachs an Eigenkapital käme die Genossenschaft dem von Vogel propagierten Ziel wieder ein Stück näher: „Wir wollen eine Energiewende in den Händen der Bürger“.




Freitag, 22.02.2013 Pressebericht Neumarkter Nachrichten

Genossenschaft steckt 50 Millionen in Windpark

Jurenergie möchte „bis zu zehn" Windräder bei Seubersdorf bauen - Zwei eigene Stromerzeuger entstehen

VON WOLF-DIEFRICH NAHR
NEUMARKT - Die Jurenergie mit Sitz in Neumarkt steigt nun massiv in die alternative Energieerzeugung ein: Bis zu 50 Millionen Euro will die Bürgergenossenschaft: in einen großen Windpark im Landkreis investieren.
Nach Informationen der Neumarkter Nachrichten sollen in dem Waldgebiet „Laubholz“ im Gemeindedreieck Seubersdorf Parsberg Breitenbrunn „bis zu zehn“ Windkraftanlagen entstehen, wie Jurenergie Geschäftsführer Michael Vogel bestätigte. In Verhandlungen mit privaten Grundstückseigentümern seien bereits fünf Bauplätze gesichert. „Wir würden gerne alle zehn bauen“, sagte Vogel. In wenigen Wochen sei die Standortsicherung abgeschlossen.
In diesen Windpark will die Jurenergie einen Betrag zwischen 45 und 50 Millionen Euro investieren. Das Eigenkapital der Genossenschaft werde dabei rund 15 Millionen Euro betragen. Jurenergie habe zurzeit etwa sieben Millionen Euro bei den Genossen als Eigenkapital eingesammelt. Bisher hatte die Jurenergie mögliche Projekte lange und sorgfältig geprüft und eine zeitlang die Gelder der Genossen auf die hohe Kante gelegt und war bei dem Werben um Neumitglieder und Investoren sachte auf die Bremse getreten. Doch nun haben sich die Vorzeichen geändert. „Wir sind auf Akquisitionstour, wir suchen Genossen, die wieder Geld investieren", sagte Geschäftsführer Vogel.

Obergrenze soll fallen
Wegen des nunmehr steigenden Eigenkapitalbedarfs gibt es nach Auskunft von Geschäftsführer Michael Vogel Überlegungen, die Satzung der Genossenschaft zu ändern: Die Jahresversammlung im April werde sich mit der Empfehlung befassen, die Begrenzung der Genossenschaftsanteile auf 100000 Euro pro Person aufzuheben. Vogel: „Wir haben Menschen, die mehr als 100000 Euro investieren wollen.“
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Jurenergie und seine Genossen haben etwas Eigenes: Das 149-Meter-Windrad bei Pöfersdorf ist bereits in Bau. Foto: Nahr
Angesichts der aktuellen politischen Diskussion auf Bundes- und Landesebene zur Begrenzung der Strompreissteigerungen sieht der Jurenergie Chef Vogel die Realisierung von Windkraftanlagen nicht grundsätzlich gefährdet. Trotz der drohenden Mehrbelastungen gebe es genug Spielräume, um die Rendite der Windräder zu steigern. Jurenergie möchte bis 2014 rund 20 Millionen Kilowatt/Stunden Strom selbst erzeugen, so das Ziel des Geschäftsführers. Bei der Beschaffung von Fremdkapital empfange die Jurenergie durchaus „positive Signale" der Banken, die die Genossenschaft bei der Verwirklichung der Großprojekte begleiten wollten. Es könne überhaupt nicht die Rede davon sein, dass Geldgeber etwa „auf die Bremse treten' würden, erklärte der Geschäftsführer. Dies erkläre sich sicher auch daraus, dass die Jurenergie „sehr vorsichtig kalkuliert": Es werde mehr Eigenkapital eingesetzt als marktüblich; die mittelfristig errechnete Dividende auf das Investment liege bei vier bis fünf Prozent.

Elemente aus Magdeburg
Nach einigem Vorlauf hat die Jurenergie noch im vergangenen Jahr zwei eigene Windkraftanlagen gekauft. Beide Windräder sind zur Zeit trotz Schnees und Minustemperaturen in Bau. Ein Projekt befindet sich einen Steinwurf weit hinter der Landkreisgrenze im Flurstück „Brenntenberg“ in der Gemeinde Beratzhausen. Die zweite Anlage entsteht auf Hohenfelser Gemeindegebiet bei Pöfersdorf in Sichtweite der A 3.
Die beiden Stromerzeugungsanlagen werden nicht von der Firmengruppe Max Bögl (Sengenthal) gebaut. Zum Einsatz kommen getriebelose Generatoren der deutschen Firma Enercon, die ihre Technik nur gemeinsam mit eigenen Türmen verkauft. Die riesigen Stahlbetonelemente für die Anlagen mit einer Nabenhöhe von 149 Metern werden von Magdeburg in die Oberpfalz gebracht.
Jurenergie hat nach eigenen Angaben keinen Einfluss auf den Bauauftrag durch das Projektunternehmen Ostwind (Regensburg) gehabt. Dieses betont, es sei „herstellerunabhängig“ und habe sich 2011 für die Anlage mit der damals höchsten Nabenhöhe von 149 Metern entschieden.



Samstag, 05.01.2013 Pressebericht auf neumarktonline.de

Eigenes Windrad

NEUMARKT. Die Bürgergenossenschaft "Jurenergie eG" ist nun nach eigenen Angaben in der Lage, das erste eigene Bürgerwindrad zu realisieren.
Nach dem Vertragsschluss im Spätsommer 2012 laufen mittlerweile die Bauarbeiten zur Errichtung einer getriebelosen 3 MW - Anlage mit 149 Meter Nabenhöhe. Die Anlage wird im Gemeindegebiet von Hohenfels gebaut, die nächstgelegene Ortschaft ist Pöfersdorf.
Inzwischen hat die Jurenergie schon weitere Großprojekte konkret im Visier
Auch 2013 finden wieder eine Reihe öffentlicher Informationsveranstaltungen statt, so zum beispiel am 9. Januar um 19.30 Uhr im Landratsamt.
Die "Jurenergie eG" ist nach eigenen Angaben eine der bayernweit erfolgreichsten Bürgergenossenschaften. Nach 79 Gründungsmitgliedern im Jahr 2010 ist die Mitgliederzahl inzwischen auf rund 800 angestiegen. Das gezeichnete Kapital umfaßt rund 6,3 Millionen Euro.
Eine rein ehrenamtliche Führung der Genossenschaft sei deshalb nicht mehr möglich, hieß es. Bei der letzten Generalversammlung wurden daher die Weichen für Einstellung eines hauptamtlichen Geschäftsführers gestellt. Inzwischen wurde Vorstandsmitglied Michael Vogel als Geschäftsführer bestellt.



Freitag, 04.01.2013 Videobeitrag auf INTV

Der Link zum Video



Freitag, 04.01.2013 mittelbayerische.de

Jurenergie plant eigenen Windpark

Bürgergenossenschaften, die selbst Projekte zur Energieerzeugung realisieren, gibt es inzwischen viele – doch kaum eine ist so erfolgreich wie die im Landkreis Neumarkt.

Von Eva Gaupp

NEUMARKT. Die Bürgergenossenschaft Jurenenergie ist so erfolgreich, dass sie nun einen hauptamtlichen Geschäftsführer bestellt hat. Der Neumarkter Jurist und Unternehmensberater Michael Vogel war bislang bereits einer von drei Vorstandsmitgliedern gewesen – jedoch hatten sie genauso wie der Aufsichtsrat die letzten zweieinhalb Jahre rein ehrenamtlich gearbeitet. Doch angesichts von Millionenprojekten und einer großen Konkurrenz auf dem Markt der regenerativen Energien musste sich die Genossenschaft neu aufstellen.
788 Bürger aus dem gesamten Landkreis haben seit der Gründung der Jurenergie im April 2010 Anteile gezeichnet. Rund 6,3 Millionen Euro. Angesichts dieser Zahlen also kein Wunder, dass Aufsichtsratsvorsitzender Franz Herrler, Roland Hadwiger vom Landratsamt und die beiden Vorstände Michael Vogel und Carsten Borrmann beim Pressetermin am Freitagvormittag strahlende Gesichter zeigten.



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Aufsichtsratsvorsitzender Franz Herrler, Roland Hadwiger von der Kreisentwicklung des Landratsamts sowie die beiden Vorstandsmitglieder Michael Vogel und Carsten Borrmann vermelden eine hervorragende Entwicklung der Bürgergenossenschaft. Foto: Gaupp

Stolz auf den Erfolg
„Wir sind äußerst erfolgreich gestartet“, sagte Herrler mit Blick auf die vergangenen zweieinhalb Jahre. Und dass nach einem Bewerbungsverfahren mit 20 Kandidaten die Wahl auf Michael Vogel als Geschäftsführer gefallen sei, nannte er einen „Glücksfall“. Denn damit könne die Arbeit lückenlos weiterlaufen. Vogel ist Geschäftsführer der Mitte 2012 gegründeten Projekt-GmbH, einer hundertprozentigen Tochter der Bürgergenossenschaft.
Im Durchschnitt zwei Mann-Jahresstunden hätten alle ehrenamtlichen Experten der Genossenschaft gemeinsam erarbeitet, sagte Vogel – und das, ohne auch nur einen Cent Aufwandsentschädigung zu erhalten, ergänzte Herrler. Nur durch dieses außerordentliche Engagement sei es gelungen, die zwölf Fotovoltaikanlagen und die fünf Beteiligungen an Windrädern zu realisieren. Außerdem nimmt die Jurenergie im April und August zwei eigene Windkraftanlagen in Betrieb: eine in Pöfersdorf auf Hohenfelser Grund und eine in Brenntenberg, nur wenige Meter jenseits der Landkreisgrenze im Kreis Regensburg. Jeweils rund sechs Millionen Euro werden dort investiert.

Standort noch geheim
Außerdem plant die Genossenschaft einen eigenen Windpark mit mindestens fünf Anlagen – doch den Standort halten die Verantwortlichen noch geheim. „Es gibt einen Wettlauf um die Standorte“, erklärte Vogel. Und dabei konkurriere die Genossenschaft mit Firmen wie Ostwind und Windpower, die auf völlig andere personelle Ressourcen zurückgreifen könnten.
Doch durch den hauptantlichen Geschäftsführer sei auch die Jurenergie besser aufgestellt – und könne nun große Projekte angehen und wieder neue Mitglieder werben, sagte Hadwiger. In den vergangenen Monaten habe man sich in der Akquise bewusst zurückgehalten, weil die Genossenschaft in ihrer Struktur an Grenzen gestoßen sei.
„Wir stehen in einer großen Verantwortung den Bürgern gegenüber“, unterstrich Herrler.
Dass das Konzept grundsätzlich so erfolgreich ist, machen die Vertreter von Jurenergie an verschiedenen Faktoren fest: Zum einen am hohen Engagement der Verantwortlichen, am großen Zuspruch der Bürger – aber auch an der Unterstützung durch das Landratsamt bzw. die Regina des Landkreises. Diese intensive Begleitung sei im Vergleich zu anderen Landkreisen eher eine Ausnahme, sagte Hadwiger. „Doch das ist unser Verständnis von Kreisentwicklung. Wir wollen ja, dass die Rendite in der Region bleibt.“

Info-Abend:
Am Mittwoch, 9.Januar, können sich Interessenten unverbindlich über das Konzept der Bürgergenossenschaft Jurenergie informieren. Beginn ist um 19.30 Uhr im Saal des Landratsamts.



Freitag, 30. Dezember 2011 Nachrichtenagentur BLR

Ein Hörfunkbeitrag über die Jurenergie

Der Beitrag wird im Rahmen des Hörfunkangebotes der Nachrichtenagentur BLR Anfang Januar an alle Bayerischen Privatradiostationen ausgegeben. Von Delia Reich.



Samstag, 03. Dezember 2011 Neumarkter Tagblatt

Jurenergie freut sich über das 500. Mitglied

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LANDKREIS. Als eine der erfolgreichsten Genossenschafts-Gründungen in ganz Bayern bezeichnete Landrat Albert Löhner am Freitag die Jurenergie eG. Bei der Gründung im April 2010 hatte sie 79 Mitglieder – gestern wurde mit Raimund Nitschmann das 500. Mitglied begrüßt. 20 Anteile von je 500 Euro steuerte der Parsberger dem derzeit gezeichneten Kapital von mehr als vier Millionen Euro bei. Es gratulierten Michael Vogel, der Vorsitzende der Jurenergie eG (r.), Dr. Wolfgang Fruhmann, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates (l.), Roland Hadwiger (2.v.l.) von der Abteilung Kreisentwicklung und Änne Peach von der Regina GmbH. (np p)



Donnerstag, 24. November 2011 Neumarkter Tagblatt

Jurenergie bietet jetzt auch Energieberatung an

UMWELT Dafür hat sie Experten aus dem Landkreis mit ins Boot geholt. Die Preise sind genau festgelegt.

VON NICOLE SELENDT

LANDKREIS. Bisher hat sich die Jurenergie eG hauptsächlich auf die Energieproduktion konzentriert. Beteiligungen an Windparks und Solaranlagen waren das Hauptgeschäft der Genossenschaft, die innerhalb von nur eineinhalb Jahren seit ihrer Gründung auf die Aufnahme ihres 500. Mitglieds zusteuert.
Ab jetzt sollen Landkreisbürger – also auch Nicht-Mitglieder – allerdings auch die Möglichkeit bekommen, sich über Energieeinsparung und -effizienz zu informieren. Die Jurenergie hat deshalb ein Kooperationsprojekt mit Energieberatern aus dem gesamten Landkreis gestartet. Der neue Service bietet vor allem Sanierungswilligen verschiedene Beratungspakete zu einem Festpreis. Mitglieder der Jurenergie bekommen einen Preisnachlass von 20 Prozent. Dass die Jurenergie das Projekt in Angriff genommen hat, hat laut Vorstand Bernhard Pürzer einen simplen Grund: „Viele Leute wissen nicht, was Gegenstand einer Energieberatung sein kann, was sie kosten darf und was sie nützt.“ Deswegen blieben große Einsparpotenziale ungenutzt. Das will die Genossenschaft ändern. Denn bei Festpreisen wüsste jeder vorher ganz genau, welche Leistungen er für welchen Preis bekommt. So gibt es eine vom Bund geförderte BAFA-Energieberatung zum Festpreis von 890 Euro. Sie ist ein „Rundum-Sorglos-Paket“, bei dem alle Varianten zur Energieeinsparung durch gerechnet, geplant und anschließend in einem Bericht zusammengefasst werden. Eine einfache Energieberatung, bei der nur vorher festgelegte Alternativen der Einsparung berechnet werden, kostet 595 Euro für Nicht-Mitglieder. Bei Bedarf kommen die Berater auch auf die Baustelle, um den Bauherren bis zum Abschluss der Sanierung zur Seite zu stehen.

Eine Broschüre über die Energieberatung der Jurenergie gibt es im Landratsamt und auf der Homepage der Genossenschaft unter www.jurenergie.de. In Kürze werden die Broschüren auch in den Rathäusern der Landkreisgemeinden ausliegen.

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Mitarbeiter des Landratsamts (Roland Hadwiger, Walter Egelseer, v. r.), Energieberater (Markus Bschick, Bruno Erhardt, 3. u. 4. v.r.) und Bernhard Pürzer von der Jurenergie ziehen bei der Energieberatung an einem Strang. Foto: ni



Dienstag, 25. Oktober 2011 Neumarkter Tagblatt

Energie vor Ort erzeugen – und verbrauchen

UMWELT Auf den Dächern der Grund- und Mittelschule in Deining wird künftig Solarstrom produziert.

DEINING. Der Vertrag ist unter Dach und Fach: Die Firma Jurenergie kann auf den Dächern der Grund- und der Mittelschule Deining eine Fotovoltaikanlage mit Stromeinspeisung in das öffentliche Netz errichten und betreiben. Bürgermeister Alois Scherer und der geschäftsführende Gesellschafter der Jurenergie, Carsten Borrmann, haben den Vertrag mit einer Laufzeit von 20 Jahren unterzeichnet.

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Jurenergie-Vorstand Carsten Borrmann (l.) und Bürgermeister Alois Scherer unterzeichneten den Vertrag vor dem Neubau der Turnhalle. Foto: Sippl

„Unser Ziel ist es, einen Beitrag zum Schutz der Umwelt und der Ökosysteme zu leisten und die Produktion alternativer Energien vor Ort zu unterstützen“, erklärte Alois Scherer. Die Gemeinde Deining wolle als Kommune mit gutem Beispiel vorangehen.Die Entscheidung des Gemeinderats, die Dächer der Grundschule und Mittelschule Deining der Jurenergie zur Verfügung zu stellen, sei der richtige Ansatz, um Energie vor Ort zu erzeugen und auch vor Ort zu verbrauchen.
Auf insgesamt fünf Dächern der Schule werde die Anlage mit einer maximalen Nennleistung von 140 Kilowatt Peak installiert werden. Neben den nach Süden geneigten Dächern werde auch das Norddach mit speziellen Dünnschichtmodulen belegt, um dieErgiebigkeit solcher Dächer zu testen. Mit der Anlage würden etwa 130 000 Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugt werden. Damit könnten bis zu 50 Haushalte mit alternativem Strom versorgt werden, informierte Carsten Borrmann.
Ein weiterer positiver Nebeneffekt sei, dass der CO 2-Ausstoß um rund 85 Tonnen pro Jahr reduziert werde. Die Anlage werde noch vor Jahresende in Betrieb genommen, da die vom Gesetzgeber garantierte Vergütung für die Stromeinspeisung ab dem kommenden Jahr voraussichtlich zurückgehen werde, informierte Scherer.
Das für die Jurenergie gültige Genossenschaftsprinzip ermögliche eine breite Beteiligung der Bürger, informierte Borrmann. Bereits mit einer Mindesteinlage von 500 Euro könne sich jeder an der Bürgergenossenschaft beteiligen. Eine Informationsveranstaltung über Jurenergie findet heute um 19.30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses in Deining statt. (nrs)




Mittwoch, 19. Oktober 2011 Neumarkter Tagblatt

Anteile der Bürgergenossenschaft als Geschenk

IDEE Die Jurenergie eG gibt Gutscheine aus. Maximal kann jeder Bürger 200 Anteile zu je 500 Euro kaufen.

LANDKREIS. „Kaufen Sie sich oder Ihren Lieben einen Gutschein der Jurenergie eG“:
Gestern Nachmittag haben die Vorsitzenden Roland Hadwiger und Bernhard Pürzer nicht nur über diese Gutscheinaktion informiert. Sie sprachen auch über die Zwischenbilanz und die weitere Entwicklung der erst eineinhalb Jahre alten Bürgergenossenschaft. „Jurenergie eG“ ist eine Genossenschaft, die es sich zum Ziel gesetzt hat, den Anteil regenerativer Energien an der Energieversorgung im Landkreis Neumarkt zu erhöhen.

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Bernhard Pürzer, Vorsitzender der Jurenergie eG, und Roland Hadwiger, Landratsamt, mit dem Geschenkgutschein für die Bürgergenossenschaft

Doch die jüngste Entwicklung auf dem internationalen Finanzmarkt zeige laut Pürzer und Hadwiger, dass sie mehr ist: Eine Beteiligung sei in Zeiten von Finanzkrise und drohender Geldentwertung auch eine langfristige und nachhaltige Kapitalanlage, die hohe Sicherheit für das investierte Kapital und eine gute Chance auf regelmäßige, attraktive Ausschüttungen biete. Immer mehr Bürger hätten Anteile gekauft und so habe die Bürgergenossenschaft schon die Dreimillionen Euro-Grenze überschritten. Derzeit haben 413 Mitglieder insgesamt Anteile in Höhe von 3086000 Euro gezeichnet.
Um diese noch besser zu bewerben, kamen die Verantwortlichen auf die Idee, Anteilsgutscheine anzubieten. Damit unterstütze der „Normalbürger“ den Ausbau einer dezentralen Energieversorgung im Kreis.
Bereits realisiert hat die Genossenschaft Fotovoltaikanlagen in Parsberg, Pyrbaum, Berg und Pilsach. Beteiligt ist sie an der Windkraftanlage Unterried und an der Eco-Energy-KG Deining und Pilsach. Die installierte Leistung beträgt bisher 850 Kilowatt-Peak (KWp), die Stromproduktion 764 Megawattstunden im Jahr. Die CO2-Einsparung beträgt 565 Tonnen pro Jahr. Das ergibt einen Anteil von 40 Prozent des Landkreisenergieverbrauchs.
Denn immer noch fließen 500 Millionen Euro aus dem Landkreis für elektrische Energie ab. Wer sich als Energieerzeuger fühlen will, kann von einem bis 200 Anteile ab 500 Euro erwerben. (n ka )



Samstag, 03. September 2011 Neumarkter Tagblatt

Strom gilt als lukrative Investition

UMWELT Das Interesse an der Bürgergenossenschaft Jurenergie ist groß – auch wegen der Finanzkrise.

LANDKREIS. Die Bürgergenossenschaft Jurenergie läuft sehr erfolgreich. Grund dafür ist sicherlich zum einen die Idee, dass Bürger in alternative Energien vor Ort investieren können. Zum anderen verleihen die aktuellen Entwicklungen dem Konzept einen deutlichen Anschub, wie Roland Hadwiger vom Landratsamt bei einem Pressegespräch am Freitag erläuterte. „Durch den Ausstieg aus der Atomenergie und die Euro-Krise suchen die Leute eine sichere Kapitalanlage.“ Risikoarm, sicher und nachhaltig sind genau die Attribute, die Projekte der Jurenergie haben sollen. Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, veranstalten Vorstand Carsten Borrmann und Hadwiger weitere Info Veranstaltungen im Landkreis. 371 Mitglieder zählt die Genossenschaft derzeit und sie haben zusammen knapp 2,6 Millionen Euro Kapital gezeichnet. Um die Projekte zu realisieren wurden außerdem rund 1,2 Millionen Euro an Fremdkapital investiert. Eine Rendite haben die Genossen noch nicht erhalten, sagte Borrmann. Das sei nicht ungewöhnlich, denn zunächst müsse in Fotovoltaik- und Windkraftanlagen investiert werden und dann müssen sie erst einmal eine Zeit lang laufen, bis sie Gewinn abwerfen. Das soll nächstes Jahr soweit sein.
Seit der Gründung der Genossenschaft im April 2010 sind diverse Vorhaben umgesetzt worden – alle in Landkreisgemeinden. Fotovoltaikanlagen in Deining und Möning befinden sich gerade in der Planungsphase, darüber hinaus steht die Beteiligung an dem Windrad „Neumarkt I“ an. Inzwischen bieten die Kreis-Gemeinden den Verantwortlichen von Jurenergie sogar von sich aus Dachflächen für weitere Fotovoltaik-Anlagen an.
Da bei der Realisierung der Projekte mit den Neumarkter Firmen Jurawatt und Jurasun zusammengearbeitet werde, bleibe die Wertschöpfung in der Region, freut sich Borrmann. Eines der mittelfristigen Ziele ist es, ein eigenes Windrad aufzustellen und zu betreiben. Vielleicht könnte dabei sogar eine feste Stelle eingerichtet werden, überlegen Hadwiger und Borrmann laut. Denn noch stellen alle Beteiligten ehrenamtlich ihr Know-how zur Verfügung.
Ein zweites großes Ziel wäre außerdem, den produzierten Strom nicht nur ins Netz einzuspeisen, sondern auch selbst – vorrangig an die Mitglieder – zu verkaufen. Der große Vorteil dabei:
„Innerhalb einer Genossenschaft gibt es den steuerfreien Warenaustausch“, erklärt Roland Hadwiger. Statt einer zu versteuernden Rendite erhielten die Genossen also steuerfrei Ökostrom geliefert. Möglich wäre außerdem eine Zusammenarbeit mit anderen Genossenschaften.



Donnerstag, 07. Juli 2011 Neumarkter Tagblatt

Jurenergie hat neues Mitglied

POLITIK Die Stadt Parsberg tritt der Genossenschaft bei. Nur Loré war dagegen.

PARSBERG. In der Haupt- und Finanz- ausschusssitzung war der Beitritt zur Bürger-Genossenschaft Jurenergie eG eine angeregte Diskussion wert. Das Gremium beschloss gegen die Stimme von Friedrich Loré, zehn Anteile zu je 500 Euro zu nehmen und der Jurenergie beizutreten.
Parsberg, so Bürgermeister Josef Bauer, sei schließlich der erste Ort im Landkreis gewesen, der seine Dächer öffentlicher Gebäude der Jurenergie zur Verfügung gestellt habe und man solle sie weiterhin unterstützen, indem man Anteile zeichne. Neun Kommunen im Landkreis haben bereits insgesamt 79 Anteile übernommen.
Friedrich Loré (B90/Grüne) hatte Bedenken. Erstens sei es undemokratisch, wenn jedes Mitglied, egal wie viele Anteile es habe, nur eine Stimme habe und zweitens zweifle er an der „Ehrenamtlichkeit“. Er stellte die Frage: „Wie weit ist die Genossenschaft ehrenamtlich, wie weit werden Gelder ausgegeben“.
Dr. Rainer Munzinger meinte, wenn es so gut laufe in der Genossenschaft, dass sie professionell geführt werden müsse, sollte man doch froh sein und zum Thema „Stimmen in der Sitzung“: „Genau das ist demokratisch, wenn Minderheiten wie Menschen mit geringeren finanziellen Möglichkeiten nicht von solchen mit viel Geld unterdrückt werden“. Auch Michael Forster (FW-PWG) meinte, es werde in der Genossenschaft doch wohl Kontrollmechanismen geben. (p gt )



Freitag 3. Juni 2011, Neumarkter Nachrichten

Kreis setzt auf Wind und Sonne als Energielieferanten

Bürgergenossenschaft ,,Jurenergie“ nahm enormen Aufschwung und hat bereits einige Projekte verwirklicht.

Lange vor der Debatte über den Atomausstieg hat der Landkreis Neumarkt sein Engagement im Bereich erneuerbarer Energien verstärkt. Die „Jurenergie" wurde zur größten und erfolgreichsten Neugründung einer Genossenschaft im vergangenen Jahr in ganz Bayern, längst findet das Modell der Bürgergenossenschaft Nachahmer, umso aktueller die Präsentation des Projekts gestern in einer gemeinsamen Sitzung von Kreisausschuss und Wirtschafts- und Umweltausschuss.

NEUMARKT - Schon bei der Gründung der Jurenergie im April 2010 hatten 79 Interessenten unterschrieben, bis heute haben 304 Mitglieder Anteile im Wert von knapp zwei Millionen gezeichnet. Bis Jahresende werden (inclusive Fremdkapital) voraussichtlich fünf bis sechs Millionen Euro investiert worden sein, so Roland Hadwiger, der im Landratsamt die Fäden zusammenhält. Neben dem Landkreis haben sich auch einige Kommunen engagiert und nicht nur Anteile gezeichnet, sondern auch Dächer zur Verfügung gestellt, auf denen Photovoltaikanlagen errichtet wurden, auch auf öffentlichen Gebäuden wie Schulen. Neben der Sonnenenergie ist die Beteiligung an Windkraftanlagen ein weiterer Schwerpunkt.

Ab 500 Euro. Bereits mit einem Anteil von 500 Euro können die Bürger einsteigen, die mit Renditen von vier bis fünf Prozent rechnen dürfen. Langfristig sei der größte Vorteil aber der, dass die Mitglieder in Zukunft ihren Strom vergünstigt beziehen könnten, so Roland Hadwiger. Kreisrat Ludwig Fürst regte in diesem Zusammenhang an, von Experten klären zu lassen, welche technischen Voraussetzungen dazu nötig wären, dass der Landkreis als eine Art „Insellösung“ die Bürger auch dann mit Strom versorgen könnte, wenn die großen Versorger tatsächlich den Hahn zudrehen würden. Genügend Kraftwerkskapazitäten seien in der Region auf alle Fälle vorhanden. Breite Zustimmung fand auch der Vorstoß des Landrats, einen Energieexperten einzustellen. Die ständig wachsenden Aufgaben seien kaum noch zu bewältigen und auch die Führung der Jurenergie durch ehrenamtliches Engagement allein auf Dauer nicht zu leisten.

Der Bereich Energie nimmt auch im Modellvorhaben der Raumordnung (MORO) zu den Strategien zum Klimawandel breiten Raum ein. Einerseits, so Walter Egelseer vom Energiebüro des Landratsamtes, müsse dem Klimawandel aktiv gegengesteuert werden, andererseits wurde in den drei Workshops aber auch ausgelotet, welche Veränderungen es durch die zunehmende Erwärmung gibt, beispielsweise auf dem Tourismussektor oder in der Land- und Forstwirtschaft, Und ein wichtiges Instrument, um den Klimawandel zu stoppen, ist eben der möglichst rasche Ausbau der erneuerbaren Energien. jd



Mittwoch 25. Mai 2011, Neumarkter Tagblatt

Jurenergie warb im Stadtrat für sich


DIETFURT Wie kann sich eine Gemeinde künftig selbst mit Energie versorgen? In Dietfurt habe sich schon einiges getan, führte Bürgermeister Franz Stephan aus. Er verwies unter anderem auf die Fotovoltaikanlagen auf gemeindlichen Dächern und die eigene Anlage der Stadt.
In Mallerstetten soll eine Windkraftanlage entstehen, bei Vogelthal ist sogar einWindpark geplant und in Zell fanden zum Thema „Windräder“ Diskussionen statt. Auf Landkreisebene hat sich die „Jurenergie eG“ gegründet, welche die regionale Energieversorgung vorantreibt. Franz Herrler aus Beilngries und Dr. Wolfgang Fruhmann aus Parsberg stellten diese Gruppe vor und informierten über Ziele und Projekte.
Der „Jurenergie eG“ gehe es um die Erhöhung der regionalen Wertschöpfung bei der Errichtung von erneuerbaren Energieanlagen, so Franz Herrler.
Im Landkreis würden 500 Millionen Euro für Energie ausgegeben, die nicht im Kreis produziert werden.
Daraus folgerte er: „Die Gemeinde soll die Energieversorgung in die Hand nehmen.“
Laut Dr. Wolfgang Fruhmann ist der Landkreis Neumarkt auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien führend und unterstützt mit der REGINA GmbH die „Jurenergie“. Sie will die Reduzierung der Versorgungsabhängigkeit erreichen sowie eine nachhaltige, dezentrale und sichere Energieversorgung erreichen. Jeder Bürger solle die Möglichkeit haben, sich mit Anteilen daran zu beteiligen und damit Gewinn erwirtschaften.
Vor einem Jahr wurde „Jurenergie“ gegründet, alle Arbeit wird ehrenamtlich geleistet. Momentan gibt es an die 300 Mitglieder, das Kapital beträgt 1,9 Millionen Euro, 1,22 Millionen Euro sind bereits investiert. Die Genossenschaft betreibt erneuerbare Energieanlagen, ist an Objekten beteiligt, betreibt Energieberatung und will den selbst erzeugten Strom als regionaler Energieversorger vertreiben.
Fotovoltaikanlagen hat die Gruppe zum Beispiel in Parsberg oder in Pyrbaum; sie ist beispielsweise an der Windkraftanlage in Unterried beteiligt.
Mitglied kann werden, wer seinen Wohnsitz im Landkreis Neumarkt oder in den umliegenden Regionen hat. Ein Anteil kostet 500 Euro, man kann höchstens 200 Anteile besitzen, jedes Mitglied hat eine Stimme. Die Generalversammlung beschließt die Ausschüttung. Jeder versteuert den Gewinn selber. Man rechnet mit einer Rendite von vier bis fünf Prozent. Pflicht ist es, mindestens acht Jahre Mitglied zu bleiben. Das eingesetzte Kapital wird bei einem Austritt zu 100 Prozent ausbezahlt, die Verwaltungskosten seien sehr gering. Bürgermeister Franz Stephan fragte, ob die „Jurenergie“ beim geplanten Windrad in Mallerstetten aktiv werden könne.
Für Franz Herrler ist das kein Problem und zudem besonders interessant, weil sich „Jurenergie“ ganz von Anfang einbringen kann.
Bei Investitionen will Herrler die Grenzen nicht zu eng setzen und auch das Umland des Landkreises Neumarkt berücksichtigen und beantwortete damit die Frage von Ilse Werner (CU). Fruhmann wies jedoch auf die Satzung hin, nach der nur im Landkreis Neumarkt investiert werden darf.
Anton Bachhuber (CSU) fragte nach einer Beteiligung an Wasserkraftwerken und deren Leistungssteigerung durch moderne Technologien. Für Herrler ist das ein Thema, hierfür sei man aufgeschlossen. Martin Schmidt (CWU) hob die Bedeutung der Information für die Bevölkerung hervor und Rupert Faltermeier (FW) verlangte rechtzeitige Aufklärung, nicht dass vorher schon geeignete Plätze verkauft sind. Christian Siebenwurst (CSU) informierte, dass viele Anlagen aus früheren Jahren nicht den gewünschten Ertrag bringen und in Schwierigkeiten stecken. Da die Technik heute besser sei, werde jetzt die Rendite erreicht, sagte Herrler.

Zum Bericht auf Neumarkt online.



Mittwoch 11. Mai 2011, Neumarkter Tagblatt

Aus dem Geld der Bürger wird regional genutzter Strom.


ENERGIE Auf weitere Gemeindedächer in Berg und Pilsach kommt Fotovoltaik.

Bild BERG/PILSACH. Die Bürgergenossenschaft Jurenergie e.G. hat das ortsansässige Solar-Unternehmen Jurasun GmbH mit der Installation von Solaranlagen auf mehreren öffentlichen Gebäuden im Landkreis beauftragt. „Damit sind wir einen wesentlichen Schritt vorangekommen und setzen deutliche Zeichen in unserer Region“, ist Carsten Borrmann, Vorstand der Bürgerinitiative Jurenergie e.G., überzeugt.
Dass Sonnenenergie Schule macht, beweist aber vor allem der dritte Auftrag: Drei Dächer der Volksschule in Pilsach werden ebenfalls mit Solarmodulen bestückt. Hier beträgt die elektrische Spitzenleistung in Zukunft 63 KWp. Diese Zahlen bedeuten in der Summe, dass diese Solarmodule künftig einen jährlichen Stromertrag von 150 Megawattstunden produzieren, das ist genug, um den Strombedarf von 34 Vier-Personen-Haushalten zu decken.
Die Solarspezialisten von Jurasun setzen bei der Technik auf das Knowhow des Fotovoltaik-Modulherstellers Jurawatt. Die Jurawatt GmbH ist ein familiengeführtes mittelständisches Unternehmen, das seinen Sitz ebenfalls in Neumarkt hat. Jurawatt hat sich auf die Fertigung besonders leistungsstarker Solarmodule spezialisiert. Speziell entwickelte Patente in der Verfahrenstechnik garantieren dabei laut der Angaben der Firma eine hoch präzise Verarbeitung und beste Qualität. Mit diesen Projekten soll erstmals eine in sich geschlossene regionale Wertschöpfungskette im Bereich alternativer Energien geschaffen werden. Das Geld von Bürgern aus der Region wird für die regionale Produktion und Installation von PV-Anlagen genutzt, der Strom der Anlagen wird regional verbraucht.

DÄCHER UND LEISTUNG
Die Dächer: Auf dem Bauhof in der Gemeinde Berg wird Jurasun ab Ende April drei Dächer mit Photovoltaik-Anlagen ausrüsten: Die Streuguthalle, die Garagenhalle eins sowie die Garagenhalle zwei Südost erhalten Module mit einer optimalen Leistung von insgesamt 50 KWp.
Gesamtleistung: Mit den Gebäuden der Kläranlage 64 KWp wird die Gesamtleistung aller Module 177 KWp betragen.



Montag 11. April 2011, Neumarktonline.de

Japan brachte "Jurenergie" zahlreiche neue Mitglieder


NEUMARKT. Sie feiert am Mittwoch ihren ersten Geburtstag, ist aber dem Krabbelalter längst entwachsen: die Bürgergenossenschaft "Jurenergie eG" kann sich nach der neu entbrannten Debatte um den Atomausstieg über immer mehr Mitglieder freuen.

Am 13. April 2010 gründeten 79 Bürger gemeinsam die Bürgergenossenschaft "Jurenergie eG" mit Sitz in Neumarkt. Damit ging das vom Landkreis Neumarkt und der Regina GmbH initiierte Projekt, Bürger an der Wertschöpfung von Anlagen für Erneuerbare Energien zu beteiligen, offiziell an den Start.

Die von den Vorständen Carsten Borrmann, Michael Vogel und Bernhard Pürzer geführte Jurenergie eG ist eine ehrenamtlich geführte Bürger-Genossenschaft mit dem Ziel, den Anteil an regenerativer Energie im Landkreis Neumarkt zu erhöhen und damit zu einer regionalen, zukunftsfähigen Energieversorgung beizutragen. Dazu investiert sie in unterschiedliche Arten von Erneuerbarer Energie im Landkreis Neumarkt.

Gleichzeitig will die Jurenergie eG dazu beitragen, dass die Wertschöpfung im Landkreis bleibt und die Bürger durch jährliche Ausschüttungen selbst von den Erträgen dieser Anlagen profitieren können. Eine Beteiligung ist ab 500 bis höchstens 100.000 Euro möglich.

In ihrem ersten Lebensjahr hat sich die Jurenergie eG prächtig entwickelt, hieß es im Vorfeld des Geburtstages. Schon in der Gründungsversammlung wurden Mitgliedsanteile in Höhe von insgesamt rund 300.000 Euro gezeichnet.

Mittlerweile hat sie 268 Mitglieder, die ein Kapital von insgesamt 1.631.000 Euro eingebracht haben. Gerade seit den Ereignissen von Japan und der neu entbrannten Debatte um den Atomausstieg ist ein verstärkter Mitgliederzuwachs zu verzeichnen, hieß es.

Im letzten Jahr wurden Investitionen in Höhe von rund 850.000 Euro getätigt. Im Wesentlichen handelt es dabei um drei Photovoltaikanlagen in Parsberg, zwei PV-Anlagen in Pyrbaum sowie um die Beteiligung an zwei Windkraftanlagen im Gemeindebereich Pilsach. Dazu kommt eine weitere Beteiligung an mehreren bereits bestehenden PV- und Windkraftanlagen in Neumarkt, Pilsach und Deining.

Derzeit werden weitere PV-Anlagen in Pilsach und Berg mit einem Investitionsvolumen von 400.000 Euro realisiert. Darüber hinaus stehen aktuell noch mehrere attraktive Großprojekte an, für deren Realisierung die Jurenergie eG allerdingsnoch weiteres Kapital und weitere Mitinvestoren benötigt.

Schon nach einem Jahr habe sich die Jurenergie eG als "gewichtiger Akteur" beim Thema regionale Energie positioniert, sagte Landrat Löhner. Die Genossenschafts sei "schon nach einem Jahr eine echte Erfolgsgeschichte" und zeige, was mit bürgerschaftlichem Engagement in kurzer Zeit auf die Beine gestellt werden kann.

Die dynamische Entwicklung des Gründungsjahrs soll sich auch in Zukunft fortsetzen, so Vorstandssprecher Carsten Borrmann. Schließlich hat die Jurenergie eG auch langfristige Visionen: Spätestens zum zehnten Geburtstag möchte man als Energieversorger auftreten, hieß es.



Samstag 19. Februar 2011, Neumarkter Tagblatt

Jurenergie hat viele Projekte.

ALTERNATIVE ENERGIEN Die Genossenschaft sucht nun neue Investoren, um das notwendige Kapital zusammenzubringen.

NEUMARKT. Noch vor ein paar Monaten vermeldete der Vorsitzende der Energiegenossenschaft Jurenergie, Michael Vogel, dass sie viel Geld aber zu wenig Projekte hätten. Nun haben die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat so viele Projekte an Land gezogen, dass die vorhandenen Mittel nicht ausreichen. „Wir planen derzeit Vorhaben mit einem Volumen von rund 2,2 Millionen Euro“, sagte Vogel am Freitag im Gespräch mit dem Tagblatt. Bei 1,2 Millionen Euro Eigenkapital fehlt also noch eine stattliche Summe. Ein toller Erfolg, der vor allem dem guten Zusammenwirken von Mitgliedern, Vorstand und Aufsichtsrat geschuldet sei. „Es ist sehr schön zu sehen, wie die Gemeinden im Landkreis die Genossenschaft unterstützen.“ Denn alle Fotovoltaik- und Windkraftanlagen, die bislang mit den Einlagen der mehr als 200 Genossen finanziert worden sind, stehen auf dem Grund von Landkreisgemeinden. Kreis-Gemeinden ziehen mit Sie seien bereit, Dächer öffentlicher Gebäude für Fotovoltaikanlagen bereitzustellen. Dank einer Änderung der Gesetzgebung sei es nun auch wieder möglich, Konversionsflächen beispielsweise entlang von Autobahnen für Fotovoltaikanlagen zu nutzen, erklärte Vogel. Doch die Realisierung sollte unbedingt vor dem 30. Juni gelingen, weil sonst nicht mehr die volle Erstattung durch das Erneuerbare Energien Gesetz erfolgt. Und die Genossen haben sich eine Rendite von fünf bis sechs Prozent vorgenommen. „Die können wir auch erzielen. Projekte, die darunter liegen, haben wir deshalb schon abgelehnt.“ Um die Erhöhung des Eigenkapitals zu erreichen, hofft Michael Vogel, weitere Gemeinden als Mitglieder gewinnen zu können. Acht sind bereits aktiv an der Jurenergie beteiligt. Darüber hinaus wollen er und seine Mitstreiter gezielt Firmen ansprechen. Um den Gedanken weiter in die Fläche zu tragen, sollen künftig in jeder Gemeinde Anteilseigner als Ansprechpartner vor Ort fungieren. Neben Sonnen- und Windenergie ist derzeit auch eine Biogasanlage im Gespräch. „Das kommt aber nur infrage, wenn sie mit Blühpflanzen betrieben und wenn die Wärme genutzt wird“, stellt Vogel klar. Die Jurenergie wolle sich nur bei Projekten einbringen, die ökologisch nachhaltig sind.
Viele „normale“ Bürger beteiligt.
Die Statistik zeigt, dass das Konzept aufgeht: Denn in der Tat haben viele „normale“ Bürger ihr Geld der Genossenschaft zur Verfügung gestellt. 110 Genossen haben nur ein bis fünf Anteile gezeichnet. Mehr als zehn Anteile haben nur 42 Genossen. Die Menschen scheinen sich offensichtlich mit den Projekten der alternativen Energiegewinnung vor Ort zu identifizieren. Angesichts dieser Entwicklung und Dank der guten Zusammenarbeit mit dem Landratsamt, ist Michael Vogel zuversichtlich, nicht nur das fehlende Investitionsvolumen zu bekommen. „Unsere Vision ist eine kommunale Energieversorgung.“ VON EVA GAUPP

 


Freitag 18. Februar 2011, Neumarktonline.de

Kapital gesucht

NEUMARKT. Die Bürger-Genossenschaft "Jurenergie" sucht weiteres Kapital und Mitinvestoren für weitere geplante Investitonen. Neun Monaten nach ihrer Gründung zählt die Genossenschaft deutlich über 200 Mitglieder und das eingebrachte Genossenschaftskapital hat bereits im November 2010 die erste Million überschritten.
Bisher wurden schon Investitionen in Höhe von etwa 850.000 Eurto getätigt. Im Wesentlichen handelt es dabei um drei Photovoltaikanlagen in Parsberg (Bauhof, Feuerwehr, Salzhalle), zwei Anlagen in Pyrbaum (Hauptschule, Bauhof) sowie um die Beteiligung an zwei Windkraftanlagen im Gemeindebereich Pilsach. Dazu kommt eine weitere Beteiligung an mehreren bereits bestehenden PV- und Windkraftanlagen in Neumarkt, Pilsach und Deining. Nun stehen weitere Investitionen an.
Trotz der schwierigen Bedingungen im PV-Bereich (die EEG-Vergütung wurde mehrmals in kurzen Abständen gesenkt) will man bei der "Jurenergie" sinnvolle Projekte gefunden haben, die nach wie vor eine attraktive Rendite versprechen. Um alle Planungen realisieren zu können, braucht die Genossenschaft allerdings weiteres Kapital und weitere Mitinvestoren.
Die Jurenergie eG ist eine ehrenamtlich geführte Bürger-Genossenschaft, die auf Initiative des Landkreises Neumarkt und der Regina GmbH gegründet wurde. Sie hat das Ziel, den Anteil an regenerativer Energie im Landkreis Neumarkt zu erhöhen und damit zu einer regionalen, zukunftsfähigen Energieversorgung beizutragen.
Angestrebt wird für alle Projekte eine durchschnittliche Rendite von fünf bis sechs Prozent. Eine Beteiligung ist ab 500 Euro möglich.

Zum Bericht auf Neumarkt online.

 


Mittwoch 12. Januar 2011, Neumarktonline.de

Beim Windpark eingekauft

BildNEUMARKT. Die im April letzten Jahres gegründete Energiegenossenschaft "Jurenergie eG" beteiligt sich am Windpark Pilsach. Zusammen mit den bestehenden Gesellschaftern der Windpower GmbH sind damit über 330 Privatpersonen mittelbar Eigentümer der Windkraftwerke Pilsach, des Windkraftwerkes Deining 2 und zweier Solarkraftwerke in Regensburg, hieß es am Mittwoch von der Regensburger Windpower GmbH. Das Unternehmen will damit bei ihren Kraftwerken "weiter konsequent den Weg der Bürgerbeteiligung" verfolgen, hieß es. Auch die Windkraftanlagen in Regensburg, Winnberg, Oening und Harenzhofen sind Eigentum von über 200 Privatpersonen aus der Region. Der Windpark Pilsach sei ein hervorragendes Beispiel für einen "Bürgerwindpark" in Bayern. Die beiden Enercon-Windkraftwerke der 2 MW-Klasse befänden sich in exponierter Lage auf der europäischen Wasserscheide zwischen Rhein und Donau und seien zwei der derzeit größten Windkraftwerke in Ostbayern. Zusammen erzeugen sie in einem durchschnittlichen Windjahr acht Millionen Kilowattstunden "umweltfreundlichen und CO2-freien" Strom - mehr als die Bürger der Gemeinde Pilsach verbrauchen. Über 90 Prozent der Eigentümer stammen aus der Oberpfalz und sorgen mit ihrem finanziellen Engagement für den "ökologischen und sozialen Umbau" der Energiewirtschaft in Deutschland - "weg von großen Konzernen hin zur Energie in Bürgerhand", wie es in einer Pressemitteilung der Windpower GmbH heißt. Zwischen der Neumarkter "Jurenergie" und der Windpower GmbH aus Regensburg sind weitere Kooperationen geplant. So ist unter anderem eine Beteiligung an der Windkraftanlage Neumarkt 1, der ersten Windkraftanlage im Stadtgebiet Neumarkt, und beim für 2012 geplanten Windpark Berching im Gespräch. Die "Jurenergie" hat sich unter anderem als Ziel gesetzt, "den Anteil regenerativer Energien an der Energieversorgung im Landkreis Neumarkt zu erhöhen und eine breite Beteiligung der Bürger zu ermöglichen", heißt es in der Pressemitteilung.

Die Pressemitteilung der Windpower GmbH.

 


Dienstag 07. Dezember 2010, Neumarktonline.de

Ausführlich beleuchtet

NEUMARKT. Zahlreiche CSU-Bürgermeister des Landkreises befaßten sich bei einer Tagung der Kommunalpolitischen Vereinigung (KPV) mit regenerativen Energien.
Nach einer Veranstaltung im Frühjahr über Biogasanlagen folgte nun das Thema Photovoltaik-Freiflächenanlage. Der Kreisvorsitzende Bürgermeister Alois Scherer aus Deining konnte neben den zahlreich anwesenden Kommunalpolitikern aus dem gesamten Landkreis die Referenten Professor Markus Brautsch von der Hochschule Amberg-Weiden, den Stadtplaner und Landschaftsarchitekten Bernhard Bartsch und die Vorstände von Jurenergie begrüßen.
Wegen der Änderung des Energieeinspeisungsgesetzes (EEG) können Photovoltaik-Freiflächenanlagen nur noch auf Konversionsflächen entstehen. Die Möglichkeiten wurden von den Referenten sehr ausführlich beleuchtet. Nach wie vor werde aber Photovoltaik auf den Dächern und, wenn auch eingeschränkt, auf den Freiflächen ein wesentlicher Bestandteil des regenerativen Energiemix sein. Die Jurenergie zum Beispiel wolle zeigen, wie die Wertschöpfung im Landkreis durch Beteiligung der Bürger funktionieren kann.
Bild Kreisvorsitzender Alois Scherer (2.v.l.) bedankte sich bei den Referenten mit einem Weinpräsent.

 


Samstag 04. Dezember 2010, Neumarkter Tagblatt

„Jurenergie“-Einlage überschreitet Millionen-Grenze

Bild NEUMARKT. Die „Jurenergie“ ist „Millionär“ – am Donnerstagabend wurde mit Dieter Kowalewski (2.v.l.) nicht nur das 209. Mitglied aufgenommen, sondern mit seiner Einlage auch das Stammkapital von einer Million Euro überschritten. Außerdem gaben Vorstand und Aufsichtsrat einen Überblick zur bisherigen Entwicklung und stellten aktuelle und künftige Projekte vor. Bereits ein halbes Jahr nach der Gründung der „Jurenergie eG“ als Bürger- Genossenschaft konnte das gezeichnete Gründungskapital von damals knapp 300 000 Euro auf über eine Million aufgestockt werden. Die Bürger hätten schnell erkannt, dass der Zusammenschluss Privater zu einem „Erneuerbaren Energie-Unternehmen“ Vorteile bringt. Dieter Kowalewski, das Jubiläums-Mitglied, ist Fahrlehrer, führer war er Landwirt. Das Thema „Erneuerbare Energien“ habe er schon lange verfolgt. (nka)

 


Samstag 20. November 2010, Neumarkter Tagblatt

Mehr als eine halbe Million Euro investiert

Seit ihrer Gründung im April ist die Jurenergie eG von 79 auf insgesamt 209 Mitglieder angewachsen

Sieben Monate nach ihrer Gründung hat die Jurenergie eG am Mittwoch ihre erste Mitgliederversammlung abgehalten. Aufsichtsratsvorsitzender Franz Herrler würdigte das bisher Erreichte. Seit die Bürger-Genossenschaft von 79 Gründungsmitgliedern mit einem Gründungskapital von 298 000 Euro ins Leben gerufen wurde, ist die Zahl der Mitglieder auf 209 angewachsen. Das Genossenschaftskapital beträgt mittlerweile 971 000 Euro.
BildLaut Mitteilung sei die Jurenergie eG bayernweit die größte Genossenschafts-Neugründung im Jahr 2010. Aktuell hat die Jurenergie eG Investitionen in Höhe von 540 000 Euro getätigt. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um drei Fotovoltaikanlagen in Parsberg – (am Bauhof, bei der Feuerwehr und der Salzhalle). Zudem wurde Geld in zwei PV-Anlagen in Pyrbaum an der Hauptschule und beim Bauhof gesteckt. Beide befinden sich derzeit im Bau. Außerdem hat man sich an zwei Windkraftanlagen im Gemeindebereich Pilsach beteiligt. Eine weitere Beteiligung an mehreren PV- und Windkraftanlagen stehe kurz vor der Entscheidung. Dadurch würden sich die Gesamtinvestitionen auf rund 830 000 Euro belaufen. Aufgrund des aktuellen Marktumfelds im Bereich Fotovoltaik sei es momentan nicht einfach, geeignete Projekte zu realisieren. Die Einspeisevergütung für Fotovoltaikanlagen wurden mehrmals gesenkt. Demgegenüber hätten sich die Modulpreise nur geringfügig nach unten bewegt. Vorstandssprecher Carsten Borrmann gab dennoch einen optimistischen Ausblick und ist davon überzeugt, dass sich auch bei den aktuellen Marktbedingungen noch sinnvolle Projekte mit vernünftigen Renditen erzielen lassen. Derzeit werden verschiedene Projekte und Anfragen auf ihre Machbarkeit geprüft. Bei der Jurenergie eG arbeiten alle Mitglieder, auch die Vorstände und Aufsichtsräte, ehrenamtlich.
Zudem wurden Mitglieder für ihre unentgeltlichen Leistungen geehrt.
Geehrt wurden: Miche Süllner, Karl Pantoulier, Andreas Brückel, Bert Schwab, Patrick John




Samstag 25. September 2010, Mittelbayerische Zeitung

Jurenergie sucht Dächer für Fotovoltaik

Die Bürgergesellschaft hat mehr Geld als sie investieren kann – ein Grund ist die Politik.

Neumarkt. Die Bürgergenossenschaft „Jurenergie“ ist auf großes Interesse gestoßen. Auf 980000 Euro ist das Stiftungskapital inzwischen angewachsen. Und das, obwohl die Bürgergenossenschaft erst im April gegründet worden ist. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil alternativer Energien im Landkreis zu erhöhen. Das Geld wird deshalb in Fotovoltaikanlagen und Windräder investiert.

Für zwei im Landkreis geplante Windkraftanlagen laufen derzeit die Gespräche, sagt Michael Vogel, der dem Vorstand der Jurenergie angehört. Und auch schon eine Fotovoltaikanlage konnte gemeinsam in Parsberg realisiert werden: Die Stadt Parsberg hatte dafür die Dächer von Bauhof und Feuerwehrhaus zur Verfügung gestellt. Auch die Bauhof- und Streuguthalle des Marktes Pyrbaum könnte dafür infrage kommen – Jurenergie und Gemeinderat sind deshalb in Verhandlungen, in der jüngsten Sitzung konnte man sich jedoch noch nicht auf einen gemeinsamen Nenner einigen.

Doch ansonsten stehen momentan wenige Flächen zur Verfügung, sodass die Aktivitäten der Bürgergesellschaft etwas ins Stocken geraten sind. Den Hauptgrund sieht Vogel in den veränderten Förderrichtlinien, die seit Juli gelten. Die Bundesregierung hatte die Einspeisevergütung neu geregelt und auf Freiflächen reduziert. „Jetzt ist der Markt deutlich verunsichert.“

Die höheren Zuschüsse hatte die Jurenergie in die glückliche Position versetzt, höhere Pacht an die Gebäudebesitzer zahlen zu können. Doch jetzt ist die Gewinnspanne deutlich gesunken und damit stehen neue Verhandlungen an. Denn je höher die Pacht, desto niedriger die Rendite. Zumal, da die Kosten für die Technik nicht so sehr gesunken sind wie erwartet.

Trotzdem seien die Initiatoren genauso wie die Mitglieder, die sich mit mindestens 500 Euro pro Einlage beteiligen können, von dem Modell überzeugt. Es gehe momentan darum, sich neu zu orientieren – und darum, weitere Flächen zu finden. Ideal – und weiterhin uneingeschränkt gefördert – seien sogenannte Konversionsflächen, also Flächen, die einer neuen Funktion zugeführt werden müssen, sagt Vogel. Vielleicht verfüge doch die eine oder andere Gemeinde über Areale, die für Fotovoltaik nutzbar wäre.

Darüber hinaus sei die Genossenschaft derzeit dabei, zusammen mit einem Steuerberater ein Modell zu entwickeln, das für Gewerbetreibende interessant ist. Gemeinsam mit der Jurenergie könnte der Unternehmer eine kleine Gesellschaft gründen, um das Fremdkapital für die Fotovoltaikanlage aus seiner Firmenbilanz auszugliedern. Dann müsse er auch nicht befürchten, deshalb bei der Bank schlechter geratet zu werden. (ga)

 


Samstag 24. Juli 2010, Mittelbayerische Zeitung

Die „Jurenergie“ macht Nägel mit Köpfen

UMWELT: Die neugegründete Genossenschaft hat ihr erstes Projekt verwirklicht
und plant bereits die nächsten

PARSBERG. Erst im April hatte die konstituierende Sitzung statt gefunden und bereits Ende Juni waren die ersten Fotovoltaikanlagen betriebsbereit. Inzwischen wird auf den Dächern des Bauhofs und des Feuerwehrhauses in Parsberg Strom produziert. Am Freitag präsentierte die Jurenergie eG ihr Pilotprojekt. Die 410 Module aus chinesischer Produktion haben laut Vorstandsmitglied Michael Vogel eine Spitzenleistung von 75 Kilowatt und belegen insgesamt eine Dachfläche von 530 Quadratmetern. „Die prognostizierte Einspeisung liegt bei 72 000 Kilowattstunden Strom“, sagte Vogel. Damit würden im Vergleich zu fossilen Brennstoffen 53 000 Kilogramm Kohlenstoffdioxid (CO2) eingespart. Das Jurenergie-Vorstandsmitglied betonte, dass ohne die Initiative von Landrat Albert Löhner, die logistische Unterstützung durch die Regina GmbH und die
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Michael Vogel (4. v. r.) stellte Bürgermeister Josef Bauer (2. v. l.) und Landrat Albert Löhner (3. v. l.) die Details der Anlage am Bauhof vor.           Foto:Tost

kostenlose Überlassung der Dachflächen durch die Stadt Parsberg das Projekt nicht zustande gekommen wäre. Jurenergie ist laut Michael Vogel eine Bürgergenossenschaft, die sich zum Ziel gesetzt hat, den Anteil regenerativer Energien an der Energieversorgung im Landkreis Neumarkt zu erhöhen. „Die Grundidee ist es, die Wertschöpfung im Landkreis zu belassen und von den garantierten Vergütungen, die das Energieeinspeisegesetz bietet, zu profitieren“,erklärte er. Die Organisation in einer Genossenschaft ermögliche eine breite Beteiligungder Bürger und demokratische Strukturen. „Jedes Mitglied hat unabhängig von seinen Anteilen eine Stimme“, sagte Vogel. Vorstandschaft, Aufsichtsrat und die Lenkungsgruppen arbeiteten ehrenamtlich, was geringe Verwaltungskosten ermögliche. Mittlerweile habe die Genossenschaft 160 Mitglieder und 800 000 Euro Eigenkapital.Ein Anteil koste 500 Euro und maximal könnten200 Anteile gekauft werden.Bislang habe die Genossenschaft 100000 Euro investiert, die restlichen 100000 Euro für die Anlagen in Parsberg seien über einen Kredit finanziert worden.
Als nächstes Projekt stehe die Errichtung einer weiteren Fotovoltaikanlage auf einem Gewerbebetrieb in Neumarkt an. Im Gespräch seien auch Beteiligungen an Windkraftanlagen, sagte Vogel. Ziel sei es, bis Ende des Jahres das gesamte Kapital investiert zu haben. Jurenergie sei deshalb auch weiterhin auf der Suche nach geeigneten Dachflächen. Landrat Albert Löhner beglück- wünschte Jurenergie zu der Anlage und fand es erstaunlich, wie schnell das erste Projekt realisiert wurde. Er freue sich, dass die Idee so breiten Anklang finde und lobte die große Geschlossenheit. „Jurenergie ist in der Region einmalig“, betonte Löhner. Regionalisierung anstatt Globalisierung sei der richtige Weg, sagte er. Parsbergs Bürgermeister Josef Bauer bezeichnete die Genossenschaft als hervorragende Idee und eine ideale Möglichkeit, sich als Bürger im Bereich der umweltfreundlichen Energieerzeugung zu engagieren. (tp)

Auszug aus der Mittelbayerischen vom Samstag 24. Juli 2010.

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Die ganze Seite der Mittelbayerischen vom Samstag 24. Juli 2010

 


06.04.2010, Neumarkter Nachrichten

Energie-Genossenschaft für Bürger aus der Region

Eine Beteiligung ist ab 500 Euro möglich. Maximal können 100000 Euro investiert werden. Die Gründung ist am 13.April.

Landkreis. Bürger sollen sich selbst für erneuerbare Energien engagieren und damit Geld verdienen: Am 13.April soll die geplante EE-Bürger-Genossenschaft gegründet werden (Tagblatt berichtete). Beim Treffen der dafür gebildeten Steuerungsgruppe wurden die Weichen für eine erfolgreiche Gründung gestellt.

Die rund 25-köpfige Steuerungsgruppe befasste sich zunächst mit Satzungsfragen. Während viele Regelungen in der künftigen Satzung ohnehin gesetzlich vorgegeben sind, gibt es bei bestimmten Themen einen Gestaltungsspielraum, um die Satzung möglichst optimal auf das eigene Geschäftsmodell zuzuschneiden. Hierzu wurden nach teils intensiven Diskussionen unter anderem festgelegt, dass das Unternehmen satzungsgemäß für die Errichtung und Unterhaltung von Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energien gegründet wird. Mitglieder sollen in Fragen der regenerativen Energiegewinnung unterstützt und beraten werden.

Mitglied der Genossenschaft können natürliche und juristische Personen werden – sie müssen aber grundsätzlich aus dem Landkreis oder einer „angrenzenden Pufferzone“ stammen. Um dem Charakter eines echten Bürgermodells gerecht zu werden, werde eine Beteiligung an der Genossenschaft bereits ab 500 Euro möglich sein. Nach oben werde für die Beteiligung eine maximale Grenze von 200 Anteilen (100000 Euro) festgesetzt

Unabhängig von der Höhe der Beteiligung hat jedes Mitglied eine Stimme – um eine demokratische Struktur sicherzustellen. Die künftigen Mitglieder der Genossenschaft werden nur bis zur Höhe ihres Geschäftsanteils haften, eine Haftung mit dem Privatvermögen ist ausgeschlossen.

Der Vorstand der eG wird satzungsgemäß aus drei Personen bestehen, die von der Mitgliederversammlung gewählt werden. Der Aufsichtsrat wird aus fünf Personen bestehen, die ebenfalls von der Mitgliederversammlung bestimmt werden. Beide Gremien werden ehrenamtlich arbeiten. Einstimmig wurden alle Kandidaten nominiert – die Steuerungsgruppe wird der Gründungsversammlung ihren Personalvorschlag empfehlen, wobei weitere Kandidaten nominiert werden können.

Bei der Auswahl der Kandidaten wurde laut Steuerungsgruppe neben persönlichen und fachlichen Kompetenzen darauf geachtet, „dass niemand konkurrierende geschäftliche Interessen hat, um nicht in den Verdacht von Interessenskonflikten oder einer Instrumentalisierung der eG für eigene Zwecke zu geraten“. Als Name favorisiert die Steuerungsgruppe „Jurenergie eG“.



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